Saarbrücken, Drohnenaufnahme vom Wackenberg (Foto: Imago/BeckerBredel)

Trinkwasser treibt Nebenkosten in Saarbrücken in die Höhe

  10.06.2022 | 18:06 Uhr

Die Wohnnebenkosten in Saarbrücken sind in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der Bund der Steuerzahler in einem Vergleich der Landeshauptstädte. Vor allem die Trinkwasserpreise haben angezogen.

Die gestiegenen Energiepreise machen Mietern und Wohneigentümer in ganz Deutschland zu schaffen. Die Wohnnebenkosten abseits von Gas und Öl belasten die Bürger nach einer Untersuchung des Bundes der Steuerzahler aber recht unterschiedlich. Saarbrücken ist demnach die Landeshauptstadt der Flächenländer mit den höchsten Wohnnebenkosten.

Nur in Berlin (West), Bremen und Hamburg müssen die Bürger laut Steuerzahlerbund insgesamt mehr für Trinkwasser, Abfall-, Schmutzwasser-, Niederschlagswasser- und Rundfunkgebühren sowie die Grundsteuer zahlen. Und nur Hannover sind die Kosten seit 2016 noch stärker gestiegen als in der saarländischen Hauptstadt.

Höchste Trinkwasserkosten

Besonders der Preis für Trinkwasser treibt die Kosten für Saarbrückens Bürger in die Höhe. Die saarländische hat mit Abstand die höchsten Trinkwasserkosten unter den Landeshauptstädten. Sie liegen 35,6 Prozent über dem Durchschnitt und sind beinahe doppelt so hoch wie in Berlin. Zwischen 2016 und 2022 sind sie um 20 Prozent gestiegen. Im Schnitt der Landeshauptstädte waren es hingegen nur 8,7 Prozent.

Die Stadtwerke Saarbrücken begründen den Anstieg damit, dass in den zurückliegenden Jahren erhebliche Investitionen in die Wasserinfrastruktur notwendig gewesen seien. „Auf die anfallenden Kosten, das Wassernetz zu unterhalten, haben wir nur begrenzten Einfluss“, erklärt Thomas Jager, Bereichsleiter Netze von den Stadtwerken Saarbrücken.

Grundsätzlich seien Preis-Differenzen beim Trinkwasser von vielen örtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Dazu zählten beispielsweise die topografischen Gegebenheiten wie Höhenunterschiede, die Wasserverfügbarkeit, die Siedlungsdichte, die Größe des Versorgungsgebietes und Bodenverhältnisse.

Wohnnebenkosten in Saarbrücken

Auch die Gebühren für Schmutzwasser sind in Saarbrücken hoch. Im Mittelfeld liegt Saarlands Hauptstadt bei den Niederschlagswassergebühren und der Grundsteuer. Besonders günstig sind im Vergleich die Abfallgebühren.

Mainz mit den niedrigsten Nebenkosten

Am preiswertesten ist es für die Bürger in der Landeshauptstadt des Nachbarlandes Rheinland-Pfalz. Die Einwohner von Mainz müssen 19 Prozent weniger für die verglichenen Posten als der Schnitt zahlen. Eine Entlastung bei den Nebenkosten gab es seit 2016 in Düsseldorf, Schwerin und Erfurt. Überall sonst sind die Kosten gestiegen.

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