Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

Neuinfektionen im Saarland erreichen Höchstwert

  11.12.2020 | 06:41 Uhr

Die Zahl der Neuinfektionen hat im Saarland einen neuen Höchstwert erreicht. Das Gesundheitsministerium hat am Mittwochabend 454 neue Fälle gemeldet. Heute soll es eine Sitzung des Krisenstabs der Landesregierung geben.

Derzeit sind im Saarland über 2600 Menschen akut mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung stehen, erhöhte sich innerhalb eines Tages um neun Personen auf 318.

Sorge bereitet vor allem der Regionalverband Saarbrücken, wo die Inzidenz mit 233 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die nächste kritische Marke überschritten hat. Davon gehen mehr als 100 Infektionen auf einen Ausbruch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Kleinblittersdorf zurück. 

Ausbruchsgeschehen teils für hohe Zahlen verantwortlich

Der Homburger Virologe Jürgen Rissland sagte im Gespräch mit dem SR, dass derzeit zwei Entwicklungen zu beobachten seien. Zum einen das eher diffuse Geschehen mit Einzelfällen an vielen Orten - und dann größere Ausbruchsgeschehen wie beispielsweise in Kleinblittersdorf. "Wenn man die Gemeinschaftseinrichtungen, an denen viele Fälle in kurzer Zeit auftreten, rausrechnen würde, dann wäre der Sieben-Tage-Wert deutlich niedriger", so Rissland.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei einer Datenanalyse zum Infektionsgeschehen in den einzelnen Städten und Gemeinden. Insbesondere in den Hotspots sind die hohen Zahlen durch größere Ausbruchsgeschehen zu erklären. Aber auch das von Rissland angesprochene diffuse Geschehen hat wieder zugenommen. In 80 Prozent der Kommunen ist die Zahl der Neuinfektionen binnen Wochenfrist wieder gestiegen.

Wohl weitere Maßnahmen notwendig

"Ich würde nicht unbedingt einem harten Lockdown das Wort reden"
Audio [SR 1, Interview Christian Balser / Dr. Jürgen Rissland, 10.12.2020, Länge: 03:03 Min.]
"Ich würde nicht unbedingt einem harten Lockdown das Wort reden"

"Will man die Infektionsdynamik jetzt deutlich abschwächen, wird man aber um weitere Maßnahmen nicht herum kommen." Allerdings komme es natürlich auf die Zielsetzung an. "Ich will jetzt nicht unbedingt einem harten Lockdown das Wort reden", so Rissland. Einen harten Lockdown erst nach Weihnachten durchzuführen, widerspreche allerdings ein bisschen der bisherigen Strategie. Lockerungen um die Feiertage herum sehe er selbst "ein bisschen mit Sorge".

Kommt der Wechselunterricht?

Wie nun im Regionalverband weiter verfahren wird, ist unklar. Möglich wäre beispielsweise die Einführung von Wechselunterricht ab der 8. Klasse. Darauf hatten sich zumindest die Ministerpräsidenten vor zwei Wochen geeinigt. Ob es im Regionalverband dazu kommen wird, ist aber noch nicht entschieden.

Auch deutschlandweit Höchstwerte

Auch deutschlandweit hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut am Mittwochabend knapp 23.700 Neuansteckungen innerhalb von 24 Stunden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 10.12.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja