HNO-Klinik des UKS in Homburg (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Keine Hinweise auf Vertuschung am Uniklinikum

  19.05.2020 | 19:01 Uhr

In den Fällen von sexueller Belästigung an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums in Homburg gibt es bisher keine Hinweise auf Vertuschung. Das ist das Ergebnis des Justizausschusses des Landtags.

Der Chef der HNO-Klinik am Uniklinikum Homburg soll mindestens zwei Ärztinnen und einer OP-Schwester an die Brüste und in den Schritt gefasst haben. Die Vorfälle haben sich bereits 2017 ereignet.

Video [aktueller bericht, 19.05.2020, Länge: 2:39 Min.]
Wissenschaftsausschuss mit Verdachtsfall zu sexueller Belästigung

Erst jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommnen. Die Linksfraktion sieht da einen Zusammenhang mit früheren mutmaßlichen Missbrauchsfällen an der Uniklinik.

Klima der Angst

Fall des Homburger HNO-Chefs vor dem Justizausschuss
Audio [SR 3, Simin Sadegh, 19.05.2020, Länge: 03:18 Min.]
Fall des Homburger HNO-Chefs vor dem Justizausschuss

Hinweise auf Vertuschung gebe es aber nicht. Laut Jutta Schmid-Lang von der CDU-Fraktion seien alle zuständigen Stellen im Uniklinikum informiert worden. Warum die Staatsanwaltschaft jetzt erst ermittelt, war eine der Fragen im Justizausschuss des Landtages. Nach Aussagen von CDU- und SPD-Fraktion lag das daran, dass die betroffenen Frauen sich nicht früher äußern wollten.

Der Abgeordnete Jürgen Renner (SPD) sprach von einem Klima der Angst im Uniklinikum Homburg. Frauen würden sich nicht trauen, etwas zu sagen, wenn sie belästigt werden.

Zweifel bleiben

"Dass erst eine anonyme Anzeige Anfang des Jahres die Angelegenheit richtig ins Rollen gebracht hat, obwohl die Landesregierung zu diesem Zeitpunkt schon zwei Jahre von den Vorwürfen wusste, ist nicht nachvollziehbar", kritisierte Dennis Lander, der rechtspolitische Sprecher der Linken. Die hochschulpolitische Sprecherin der Linken, Barbara Spaniol, äußerte Zweifel an der Aufklärungsarbeit der Landesregierung.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 19.05.2020 berichtet.

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