Eine Aids-Schleife (Foto: picture-alliance/ dpa / Frederik von Erichsen)

HIV-Patienten aus Polizeiregistern löschen

  10.12.2019 | 15:36 Uhr

Die Linksfraktion im saarländischen Landtag fordert, HIV-positive Menschen nicht länger in Polizei-Datenbänken zu speichern. Der Abgeordnete Lander sagte, eine solche Speicherung sei kontraproduktiv, diskriminierend und gehöre abgeschafft.

"Alle medizinischen Experten und die Fachleute der Aidshilfe haben ganz klar dargelegt: Diese Speicher-Praxis ist zum Schutz der Polizistinnen und Polizisten vor einer Übertragung völlig ungeeignet und sogar kontraproduktiv“, so Lander. Diejenigen, die von ihrer Infektion wüssten und sich in medizinischer Behandlung befänden, seien nicht mehr ansteckend. Und nur diese Personen tauchten in den Datenbanken auf.

Lander spricht von Scheinsicherheit

"Diejenigen, die nichts von ihrer Infektion wissen, sind nicht in Behandlung, darum ansteckend, stehen aber nicht in der Datenbank der Polizei." Damit gebe es für Polizeibeamte lediglich eine Scheinsicherheit.

Viel wichtiger ist es nach Ansicht von Lander, sicherzustellen, dass Beamte nach einer Verletzung oder Blutübertragung an einem Einsatzort umgehend Zugang zu einer Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) bekommen. Außerdem sollten alle Vollzugsbeamte über die tatsächlichen Gefahren und nötigen Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 10.12.2019 berichtet.

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