Elke Kranzhöfer von der Gemeinwesenarbeit Brebach vor dem BürgerInnenZentrum (Foto: Iris Dettweiler/Diakonie Saar.)

Hitze-Telefon für Ältere und chronisch Kranke

Dorothee Scharner / Christiane Poersch   25.07.2022 | 14:40 Uhr

Seit Montag können sich Saarbrückerinnen und Saarbrücker im Stadtteil Brebach für das so genannte "Hitzetelefon" registrieren lassen. Dieses informiert sie darüber, wenn es mal richtig heiß werden soll und hilft ihnen durch den Tag. In Frankreich gibt es dafür eine nationale Regelung, den "Plan canicule".

Hitze kann lebensgefährlich werden, vor allem für Kinder, Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie müssen dann besonders auf sich und ihre Gesundheit achten.

Video [aktueller bericht, 25.07.2022, Länge: 3:00 Min.]
Pilotprojekt „Hitzetelefon“ in Brebach

Christiane Poersch, Einrichtungsleiterin der Gemeinwesenarbeit Brebach sagte im SR-Gespräch, dass in der Pandemie viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen allein geblieben sind. Sie und andere können beim Hitzetelefon Tipps zum richtigen Umgang mit extrem heißen Temperaturen erhalten.

Audio

Tipps zum richtigen Umgang mit Hitze per Telefon
Audio [SR 3, Dorothe Scharner / Christiane Poersch, 25.07.2022, Länge: 04:30 Min.]
Tipps zum richtigen Umgang mit Hitze per Telefon

Beim Hitzetelefon handelt es sich um ein Service-Angebot, das die Gemeinwesenarbeit Brebach in Trägerschaft der Diakonie Saar entwickelt hat. Es richtet sich vornehmlich an Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die in Brebach wohnen.

Verhaltenstipps per Telefon

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hitzetelefons kontaktieren alle, die sich registrieren lassen, zwischen 9.00 und 13.00 Uhr, wenn der Deutsche Wetterdienst für den Tag eine Hitzewarnung herausgegeben hat oder wenn sehr heiße Temperaturen zu erwarten sind.

Den Angerufenen wird zudem erklärt, wie sie sich am besten verhalten sollen. So ist beispielsweise viel und regelmäßiges Trinken bei Hitze extrem wichtig – gerade ältere Menschen neigen dazu, das zu vergessen, weil sie weniger Durstgefühl haben.

Wer sich für das Hitzetelefon registrieren will, kann das montags bis freitags zwischen 9.00 und 14.00 telefonisch oder persönlich beim BürgerInnenZentrum Brebach tun. Außerdem bietet die Einrichtung der Diakonie auch kostenloses Trinkwasser an.

Landesweite Regelung in Frankreich

Während in Deutschland die Kommunen entscheiden, ob sie solche Angebote machen, gibt es in Frankreich eine landesweite Regelung. Dauert die Hitze über drei Tage lang an, wird der so genannten "Plan canicule" ausgerufen. Bei einer nationalen Hotline können sich alleinstehende Menschen regelmäßig melden, erhalten bei Bedarf überdies Tipps. Sie können sich aber auch anrufen lassen. Außerdem können Sozial- oder Krankenpflegerinnen vorbei kommen.

Für Menschen, deren Wohnungen stark aufheizen, gibt es den „Plan bleu“. Städte und Gemeinden haben besondere „Kälteräume“ eingerichtet, wo sich vor allem Seniorinnen und Senioren tagsüber aufhalten können. Außerdem wird an die Nachbarn appelliert, darauf zu achten, ob sie ihre alleinstehenden Nachbarinnen oder Nachbarn schon länger nicht mehr gesehen haben und gegebenenfalls mal bei ihnen vorbei zu schauen.

Kostenloses Trinkwasser auch in Kneipen

Kostenloses Wasser gibt es an vielen Trinkbrunnen in den französischen Städten und in Bars und Cafés muss man kein teures Mineralwasser bestellen, sondern kann sich eine "Carafe d’eau" kommen lassen. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben: Ein Glaskrug mit Wasser kostet nichts.

Der „Plan canicule“ ist in Frankreich nach dem Hitzesommer von 2003 erarbeitet. Damals hatte es eine hohe Übersterblichkeit vor allem unter älteren Menschen gegeben.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 25.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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