Samuel Yeboah (Foto: SR)

Hinweise auf Täter im Fall Yeboah

Thomas Gerber   15.01.2021 | 11:44 Uhr

Fast 30 Jahre nach dem tödlichen Feuer in einem Saarlouiser Asylbewerberheim gibt es offenbar konkrete Hinweise auf den Täter. Die Bundesanwaltschaft Karlsruhe sucht einen "hellhäutigen" Mann, der damals etwa 20 bis 30 Jahre alt und der vor der Tat in der Unterkunft in Fraulautern gesehen worden war. Bei dem Anschlag war der ghanaische Flüchtling Samuel Yeboah ums Leben gekommen, weitere Asylbewerber wurden teils schwer verletzt.

Neue Ermittlungen im Fall Samuel Yeboah
Audio [SR.de, (c) SR, 13.08.2020, Länge: 01:16 Min.]
Neue Ermittlungen im Fall Samuel Yeboah

Der Generalbundesanwalt geht davon aus, dass der Mord einen rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen Hintergrund hat. Er hat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Der Fall reihe sich ein in eine Serie von Anschlägen Anfang der 1990er Jahre im Raum Saarlouis. Unter anderem wurde an der damaligen Asylbewerberunterkunft Orannaheim eine Rohrbombe entdeckt.

Der Hinweis auf den Unbekannten, der offenbar das todbringende Benzin im Treppenhaus des früheren Hotels ausgeschüttet hatte, sei Ergebnis neuerlicher Zeugenvernehmungen. Nach einem ersten Tipp, der offenbar aus der rechten Szene gekommen war, hatte das Landespolizeipräsidium im vergangenen Jahr eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Ermittlungsarbeit und die möglichen Fehler der Kollegen von damals untersucht.

Polizei richtet Hinweistelefon ein

Nach nur elf Monaten hatte die Kripo damals die Akte Yeboah geschlossen. Spuren wurden möglicherweise nicht ausermittelt. Nun sucht man 30 Jahre später nach Zeugen, die in der Tatnacht nicht nur den mutmaßlichen Brandstifter, sondern auch ein Fahrzeug gesehen haben. Von einem silbergrauen PKW war schon damals die Rede. Möglicherwiese habe der Täter zwischenzeitlich anderen Personen von der Tat oder einer Tatbeteiligung berichtet.

Für Hinweise, auch anonyme, hat die Polizei die Telefonnummer 0681 - 962 5555 geschaltet. Auch das Postfach 101809 in 66018 Saarbrücken und die Rubrik "Hinweis aufgeben" in der Onlinewache der saarländischen Polizei unter www.onlinewache.saarland.de können genutzt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.01.2021 berichtet.

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