Ein Arabisch-Wörterbuch auf einem Schülerpult (Foto: picture alliance / dpa)

Herkunftssprachlicher Unterricht kommt gut an

Kai Forst   06.07.2019 | 08:44 Uhr

Seit einem Jahr steht der Herkunftssprachliche Unterricht im Saarland unter Aufsicht des Bildungsministeriums. Türkisch, Russisch, Italienisch und Arabisch können seitdem von Schülerinnen und Schülern freiwillig als Zusatzangebot belegt werden. Die Nachfrage ist groß.

Gute Resonanz für Herkunftssprachlichen Unterricht
Audio [SR 3, (c) Kai Forst, 06.07.2019, Länge: 00:34 Min.]
Gute Resonanz für Herkunftssprachlichen Unterricht

Mehr als 12.000 von rund 90.000 Schülern im Saarland kommen ursprünglich aus anderen Ländern und haben andere Muttersprachen. Für sie sollte der Herkunftssprachliche Unterricht (HSU), der zuvor von den Konsulaten organisiert wurde, unter staatliche Aufsicht gestellt werden. Das Land stellt also das Personal und gibt die Lerninhalte vor. Auf diese Weise, so das Bildungsministerium, soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Verbindung zur Sprache und Kultur des Herkunftslandes der Kinder bewusst aufzubauen und zu stärken.

84 Schulen machten mit

Und die Nachfrage ist groß. Im vergangenen Schuljahr haben nach Ministeriumsangaben 2310 Schülerinnen und Schüler das freiwillige Zusatzangebot des Herkunftssprachlichen Unterricht wahrgenommen. Insgesamt seien an 56 Grundschulen, 18 Gemeinschaftsschulen und zehn Gymnasien 147 Sprachkurse besucht worden.

"Sind positiv überrascht"

"Wir sind über die große Nachfrage des Herkunftssprachlichen Unterrichts positiv überrascht. Zumal es sich um ein freiwilliges Zusatzangebot handelt, das außerhalb der Stundentafel stattfindet", sagte die Sprecherin des Bildungsministeriums, Maria Herceg. Die große Resonanz zeige, „dass es richtig war, ein Sprachangebot zu schaffen, das die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler im Saarland abbildet.“ Der Herkunftssprachliche Unterricht sei ein wichtiger Baustein zur Förderung von Mehrsprachenkompetenz saarländischer Schüler.

41 Lehrkräfte aktiv

Insgesamt haben 41 Lehrer die HSU-Schüler seit September unterrichtet. Arabisch wurde den Angaben zufolge am stärksten nachgefragt. Dementsprechend kamen hier die meisten Lehrkräfte zum Einsatz. Im Alltag findet der Unterricht nachmittags in zwei Stunden pro Woche auf freiwilliger Basis statt.

Aufgrund der hohen Nachfrage soll das herkunftssprachliche Angebot in den kommenden Jahren weiter an den Bedarf angepasst werden. „Unser Fokus liegt derzeit auf der Verstetigung des jetzt eingeführten Unterrichts“, sagte Herceg.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 06.07.2019 berichtet.

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