Pfarrbrief Illingen (Foto: Pfarreiengemeinschaft Illigen)

Wie der Heilige Blasius das Internet eroberte

Michael Schmitt   19.01.2018 | 11:33 Uhr

Eigentlich wollte die Pfarreiengemeinschaft Illingen nur auf das Fest des Heiligen Blasius am 3. Februar hinweisen. Wegen einer unglücklichen Bildauswahl für den Pfarrbrief machte die Sache im Netz die Runde – und auch in den Medien, sogar über Deutschland hinaus.

Aus einem Onlineportal, das Bilder zur Erstellung von Pfarrbriefen bereitstellt, wählten die Verantwortlichen eine Zeichnung aus, die den Heiligen Blasius im Gefängnis zeigt, als er einen Mann vor dem Ersticken rettet. So geht es auf eine Legende zurück. Allerdings kann die Zeichnung leicht missverstanden werden, denn der Mann kniet in einer Position vor dem Bischof, die viele an Oralverkehr denken lässt.

Schnelle Verbreitung im Internet

Entsprechende Kommentare waren im Internet schnell zu finden und verbreiteten sich mit großer Geschwindigkeit. „Wir haben die Internetverbreitung beobachtet und der Gemeinde dann geraten, das Bild von der Onlineversion des Pfarrbriefs zu entfernen“, sagte der für das Saarland zuständige Pressesprecher des Bistums Trier, Dominik Holl, im Gespräch mit SR.de.

Um weitere Missinterpretationen zu verhindern, hat die Gemeinde das auch getan. Auf der Frontseite der Onlineversion des Pfarrbriefs fehlt das Bild nun. Dort befindet sich jetzt einfach eine weiße Stelle. Doch nicht nur im Internet hatte sich das Bild verbreitet, auch Zeitungen aus Deutschland und auch aus Österreich griffen das Thema auf.

Blasius wird bei Halsschmerzen angerufen

„Das Fest des Heiligen Blasius ist am 3. Februar. Gerade zur Erkältungs- und Grippezeit ist er wichtig“, erklärt Holl weiter. Denn Blasius wird bei Halsbeschwerden angerufen. Der entsprechende Segen werde mit überkreuzten, ineinander verschlungenen Kerzen erteilt. Blasius lebte im vierten Jahrhundert in der heutigen Türkei.

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