30 Hebammen demonstrieren vor der Staatskanzlei. (Foto: Becker&Bredel/Hebammenverband-saar/Pressefoto)

Ruf nach verpflichtendem Studium für Hebammen

Steffani Balle   07.11.2019 | 12:37 Uhr

Der Saarländische Hebammenverband fordert die Akademisierung des Berufs. Nur so hätten Hebammen zukünftig Karrierechancen und die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Vor der Staatskanzlei haben sie deshalb am Donnerstag protestiert.

Hebammen streiken für Akademisierung
Audio [SR 3, Steffani Balle, 07.11.2019, Länge: 03:06 Min.]
Hebammen streiken für Akademisierung

Rund 30 Hebammen haben sich an der Protestaktion des Hebammenverbands beteiligt. Vor der Staatskanzlei versammelten sich die Frauen, um ihre Forderung nach einem verpflichtenden Studium für ihren Beruf zu unterstreichen. Sie wollten damit Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ihr dringliches Anliegen mit auf den Weg in den Bundesrat am Freitag geben: Er solle doch für die Akademisierung plädieren, also für ein verpflichtendes Studium aller zukünftigen Hebammen. Deutschland ist das einzige EU-Land, das die 2015 festgeschriebene EU-Richtlinie noch nicht umgesetzt hat. Das sei ein großer Nachteil für alle deutschen Hebammen.

Saarland will für Gesetz stimmen

Mit ihrer Aktion rennen die Frauen beim Ministerpräsidenten offene Türen ein: Er wird nach Auskunft der Staatskanzlei am Freitag für das Gesetz stimmen. Anders als vermutlich die Ministerpräsidenten von Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, befürchtet der Hebammenverband. Dort seien erst in jüngster Zeit neue, traditionelle Hebammenschulen eröffnet worden.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann sicherte den Hebammen aber am Donnerstag zu, dass sie sich direkt an ihre Kolleginnen der anderen Bundesländer wenden werde, um sich deren Unterstützung zu sichern.

Frauenärzte warnen vor Unterversorgung

Bedenken kommen vom Berufsverband der Frauenärzte im Saarland: Die Gynäkologen befürchten einen eklatanten Mangel an Hebammen, wenn das Studium der einzige Weg in den Beruf ist. Dann, so die Befürchtung, drohe spätestens in drei Jahren eine massive Unterversorgung in der Geburtshilfe.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 07.11.2019 berichtet.

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