Ein Hautarzt untersucht mit einem Vergrößerungsglas die Haut einer Patientin. (Foto: picture alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Zahl der Hautkrebsfälle im Saarland verdreifacht

  13.09.2021 | 14:08 Uhr

Im Saarland hat sich die Zahl der Frauen und Männer, die am „hellen“ Hautkrebs erkranken, in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht. Zum Europäischen Tag des hellen Hautkrebses hat das saarländische Gesundheitsministerium auf die Gefahr dieses Tumors hingewiesen.

Der „helle“ oder auch „weiße“ Hautkrebs (in der Fachsprache „nicht-melanozytär“) ist mit 90 Prozent der weltweit am häufigsten auftretende Tumor bei Menschen mit hellem Hauttyp. Er lässt sich in zwei Arten unterteilen:

  • Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt: Hier stammen die Krebszellen aus der Basalzellschicht, der untersten Schicht der Haut. Diese Art tritt häufiger auf.
  • Spinaliom, auch Plattenepithelkarzinom genannt: Krebszellen stammen aus der Stachelzellschicht, der obersten Schicht der Haut. Diese Art tritt seltener auf, ist aber aggressiver.

Daneben gibt es noch den schwarzen Hautkrebs, bösartige Tumore, die von den Pigmentzellen (Melanozyten) der Haut hervorgehen.

Ursache UV-Belastung

Die Häufigkeit von hellem Hautkrebs hat sich in den Industrieländern seit den 60er Jahren vervielfacht. Im Saarland, wo entsprechende Daten seit über 50 Jahren im Saarländischen Krebsregister erhoben werden, hat sich die Zahl der Frauen und Männer, die an hellem Hautkrebs erkranken, in den vergangenen 30 Jahren etwa verdreifacht. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit.

Zwischen 1987/1988 und 2017/2018 stieg die Zahl der hellen Hautkrebserkrankungen von 1421 auf 4315 – bei Frauen von 746 auf 2096, bei Männern von 675 auf 2219.

Risikofaktoren für den hellen Hautkrebs sind ein heller Hauttyp und eine intensive UV-Bestrahlung in der Sonne oder im Solarium. Besonders die zunehmende UV-Belastung durch Freizeitaktivitäten und Urlaub zeigt Folgen. Das Ministerium geht davon aus, das die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den nächsten Jahrzehnten noch weiter steigen wird.

Was kann man gegen Hautkrebs tun?

In 95 Prozent der Fälle kann durch eine Entfernung der Tumorzellen eine dauerhafte Heilung erreicht werden. Durch ein Hautkrebsscreening, das Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung ist, können bösartige Tumore und auch deren Vorstufen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Besonders empfohlen wird die Untersuchung bei Menschen

  • mit heller Haut und/oder vielen Muttermalen,
  • die bereits eine Hautkrebs-Erkrankung hatten,
  • die beruflich oder in der Freizeit häufig der Sonne ausgesetzt waren oder sind,
  • die oft Sonnenbrände hatten
  • oder die regelmäßig ins Solarium gehen oder früher gegangen sind.

Sowohl gesetzlich als auch privat Krankenversicherte haben ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine solche Untersuchung beim Facharzt.

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