Statue der Justitia  (Foto: Imago/C. Hardt / Future Image)

Schwarzarbeit bei Pflegevermittlung verursacht 450.000 Euro Schaden

  31.08.2022 | 11:19 Uhr

Das Hauptzollamt Saarbrücken hat einen Fall von Schwarzarbeit bei einer Agentur für Pflegevermittlung aufgedeckt. Die Betreiberin soll Arbeitskräfte aus Drittstaaten ohne Aufenthaltsgenehmigung beschäftigt haben. Daraus soll ein Steuer- und Sozialversicherungsschaden von 450.000 Euro entstanden sein.

Die Betreiberin einer Agentur für Pflegevermittlung ist aufgrund von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung vom Amtsgericht Kaiserslautern zu einer Freiheits- und Geldstrafe verurteilt worden. Der Fall ist durch Ermittlungen des Hauptzollamtes Saarbrücken aufgedeckt worden.

Keine schriftlichen Verträge

Bei der Agentur handelt es sich um eine Vermittlung von sogenannten 24-Stunden-Betreuungskräften beziehungsweise Haushaltshilfen. Laut Urteil schleuste die Betreiberin die Arbeitskräfte gezielt aus Ländern außerhalb der EU ein und setzte sie zur Schwarzarbeit in Privathaushalten ein, ohne Sozialabgaben und Lohnsteuern für die Arbeitnehmerinnen zu zahlen.

Von den Arbeitnehmerinnen forderte die 85-Jährige eine Gebühr für die Vermittlung der Arbeitsplätze und begründete dies mit den anfallenden Sozialabgaben und Lohnsteuern. Diese Gebühren behielt die Betreiberin aber für sich. Auch den Auftraggebern soll sie erzählt haben, dass sie sich um die Anmeldung der Arbeitskräfte kümmern würde. Schriftliche Verträge gab es nicht.

Geldstrafe von 15.000 Euro

Die Arbeitskräfte sind nur mit einem Touristenvisum nach Deutschland eingereist und besaßen keine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Dadurch sei ein Steuer- und Sozialversicherungsschaden von 450.000 Euro entstanden, den die Agentur laut Urteil des Amtsgerichts Kaiserslautern nun begleichen muss.

Das rechtskräftige Urteil sieht für die 85-jährige Betreiberin eine Geldstrafe von 15.000 Euro vor sowie eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 31.08.2022.

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