Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlands, spricht vor einem Mikrofon (Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka)

Hans für Impfungen im Schulumfeld

  26.08.2021 | 10:50 Uhr

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren künftig auch direkt im schulischen Umfeld anbieten. Unter Umständen seien auch Impfungen auf dem Schulhof denkbar. Auch Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) begrüßte das Vorhaben.

Für Schülerinnen und Schüler im Saarland soll es mit Beginn des neuen Schuljahres ein möglichst niedrigschwelliges Corona-Impfangebot im direkten schulischen Umfeld geben. Das hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im Interview mit der "Bild" angekündigt.

Kein Bestandteil des Unterrichts

Die Impfung werde allerdings kein Bestandteil des Unterrichts. "Ich lehne jeglichen Druck auf Schüler ab", betonte Hans. Stattdessen solle die Impfung vor oder nach dem Unterricht unkompliziert angeboten werden. In Absprache mit den Schulträgern könne das beispielsweise auch direkt auf dem Schulhof stattfinden.

Dafür sollen mobile Teams oder Impfbusse zum Einsatz kommen. Das Impfangebot an den Schulen solle dann auch für Eltern gelten.

Auch die CDU-Fraktion im saarländischen Landtag sprach sich für das Vorhaben aus. "Wir wollen Schulschließungen durch Corona-Fälle unbedingt vermeiden, und genau deshalb muss die Impfkampagne jetzt in der jungen Altersgruppe zügig anlaufen“, sagte Alwin Theobald, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion.

Streichert-Clivot unterstützt Vorhaben

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) begrüßte den Vorschlag des Ministerpräsidenten ebenfalls. Sie halte Impfbusse vor Schulen für eine sinnvolle Ergänzung.

Allerdings wies sie darauf hin, dass Kinder unter 14 Jahren von den Erziehungsberechtigten zur Impfung begleitet werden müssen. Außerdem dürfe es damit keinen Impfzwang durch die Hintertür geben. Eine Impfung dürfe nicht Voraussetzung für den Schulbesuch sein.

Stiko empfiehlt Impfung

Seit dem 16. August empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Corona-Schutzimpfung auch für alle Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren. Davor galt die Empfehlung lediglich für Risikopatienten aus dieser Altersgruppe sowie für alle Menschen ab 18 Jahren.

Bisher ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts mit 30,7 Prozent knapp ein Drittel der Zwölf- bis 17-Jährigen im Saarland bereits erstgeimpft. Gut 18 Prozent sind vollständig geimpft.

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