Im "Cophunter-Prozess" sitzt der Angeklagte am 08.09.2022 im Saal des Amtsgerichts Idar-Oberstein und hält sich Akten vors Gesicht. (Foto: picture alliance/dpa | Birgit Reichert)

Gefängnisstrafe wegen Aufruf zur Jagd auf Polizisten

  08.09.2022 | 16:37 Uhr

Kurz nach dem mutmaßlichen Polizistenmord bei Kusel hatte ein 56-Jähriger online zur tödlichen Jagd auf Polizisten aufgerufen. Das Amtsgericht Idar-Oberstein hat ihn deshalb am Donnerstag zu einer Haftstrafe verurteilt.

Ein 56-Jähriger aus dem Landkreis Birkenfeld, der nach dem Mord an zwei Polizeibeamten im Frühjahr in einem Internet-Video zum Töten weiterer Polizisten aufgerufen hatte, muss ins Gefängnis. Das Amtsgericht Idar-Oberstein verurteilte den Mann am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.

"Das Ganze war völlig daneben", sagte Richter Marcel Oberländer. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Verurteilt wurde der Mann unter anderem wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten.

Gründung eines "Cophunter"-Vereins angekündigt

In zwei selbstgedrehten Videos hatte er Anfang Februar auf seinem öffentlichen Facebook-Profil die Gründung eines "Cophunter"-Vereins - also eines "Polizistenjäger"-Vereins - angekündigt und zur Jagd und Tötung von Polizisten aufgerufen. Dort bot er an, Polizisten gegen eine Gebühr auf einen Feldweg zu locken, wo sie dann erschossen werden könnten.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und vier Monate gefordert, die Verteidigung um eine "faire Entscheidung" gebeten. Im sogenannten letzten Wort entschuldigte sich der Angeklagte nochmals. Es sei nicht ernst gemeint gewesen. Der Verteidiger des Angeklagten kündigte Berufung an.

Polizisten bei Kontrolle erschossen

Ende Januar waren eine Polizeianwärterin (24) und ein Polizeikommissar (29), beide aus dem Saarland, bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle in der Pfalz erschossen worden. Hintergrund soll Jagdwilderei gewesen sein. Zwei Angeklagte stehen deswegen derzeit in Kaiserslautern vor Gericht.  

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.09.2022 berichtet.

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