Gerichtsakten auf einem Tisch (Foto: dpa/Carsten Rehder)

Pflegerin wegen Totschlags zu Haftstrafe verurteilt

Patrick Wiermer   09.05.2022 | 13:10 Uhr

Das Landgericht in Saarbrücken hat eine Intensivpflegerin wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Frau hatte einer Patientin den Beatmungsschlauch zum Reinigen entfernt – und ihn trotz Alarms nicht wieder angeschlossen. Die Patientin starb später im Krankenhaus.

Wegen Totschlags durch Unterlassen muss eine 54-jährige Pflegerin mehrere Jahre ins Gefängnis. Für das Gericht stand fest: Die 54-Jährige hatte den Tod der 65-Jährigen Patientin billigend in Kauf genommen.

Video [aktueller bericht, 09.05.2022, Länge: 1:39 Min.]
Pflegerin wegen Totschlags zu Haftstrafe verurteilt

Pflegerin zum Tatzeitpunkt betrunken

Das Motiv bleibt allerdings im Unklaren, auch wenn sich die Pflegerin am Montag im Prozess öffentlich entschuldigte. Klar ist, sie war betrunken und hatte wohl auch Cannabis geraucht.

Fünf Jahre und drei Monate Haft für Intensivpflegerin
Audio [SR 3, Moderation: Simin Sadeghi, 09.05.2022, Länge: 03:26 Min.]
Fünf Jahre und drei Monate Haft für Intensivpflegerin

Die Pflegerin betreute die Patientin zuhause. Die 65-jährige war chronisch krank, musste per Schlauch beatmet werden. Am Tattag entfernte die Pflegerin den Schlauch, um angesammelten Schleim abzusaugen – ohne ihn allerdings rechtzeitig wieder anzuschließen.

Patientin 15 Minuten ohne Sauerstoff

Trotz Alarm und obwohl die Patientin auch per Sprachcomputer nach Hilfe rief, reagierte die Pflegerin nicht. Dadurch soll die 65-Jährige fast eine Viertelstunde lang ohne Sauerstoff geblieben sein.

Erst der Ehemann steckte den Schlauch wieder ein. Da kam aber jede Hilfe zu spät, die Frau starb wenig später im Krankenhaus.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 09.05.2022.

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