Eine Frau versucht sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. (Foto: dpa/Maurizio Gambarini)

Nicht mehr Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet

Patrick Wiermer / Onlinefassung: Anne Staut   14.06.2021 | 13:43 Uhr

Die Zahl von Fällen häuslicher Gewalt ist in Saarbrücken seit Beginn der Coronapandemie insgesamt nicht gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Saarbrücker Stadtverwaltung nach einer Befragung verschiedener Anlaufstellen für Betroffene. In Familien, die bereits von Gewalt betroffen sind, hat sich die Lage durch die Pandemie hingegen verschärft.

Um zu untersuchen, wie sich die Coronapandemie auf die Fälle häuslicher Gewalt ausgewirkt hat, hat die Saarbrücker Stadtverwaltung verschiedene Anlaufstellen für Betroffene befragt. Das Ergebnis: Die Fallzahlen sind insgesamt stabil geblieben.

Zwar berichte die Interventionsstelle für häusliche Gewalt von einer Zunahme der Erstberatungen von rund 700 auf 800, andere Stellen meldeten einen geringen, Aldona einen sinkenden Beratungsbedarf.

Höheres Eskalationspotenzial

Allerdings melden die meisten Stellen ein erhöhtes Eskalationspotenzial in bereits von Gewalt betroffenen Familien. Die Folgen der Pandemie etwa der Verlust der Arbeit hätten die Situation verschärft. Außerdem hätten sich betroffene Frauen aufgrund der prekären Lage nicht von ihren gewalttätigen Partnern trennen können. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.06.2021 berichtet.

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