Zur Diskussion stehende Häuser und Grundstücke im Nauwieser Viertel (Foto: Patrick Wiermer/SR)

Debatte über Zukunft maroder Gebäude in Nauwieser Straße

mit Informationen von Patrick Wiermer   24.11.2022 | 06:40 Uhr

Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt will am Abend die Weichen für die Zukunft von drei Immobilien im Nauwieser Viertel stellen. Über die Zukunft der beiden maroden Gründerzeithäuser gibt es schon seit längerem Streit. Kritiker befürchten, dass ein Investor die markanten Gebäude abreißen könnte.

Die beiden Häuser aus dem 19. Jahrhundert stehen am Eingang des Nauwieser Viertels. Sie prägen das Gesicht des Viertels. Laut Stadtverwaltung sind sie in einem "desolaten baulichen Zustand" mit einem Sanierungsstau, der in die Millionen gehen könnte.

Schutz versus Erneuerung?

Die Bürgerinitiative „Viertel retten!“ und die SPD im Stadtrat hingegen halten die Häuser für "prägend und erhaltenswert". Die SPD befürchtet, dass die Kriterien der Konzeptvergabe Investoren zu viel Spielraum lassen, um die Häuser abzureißen.

CDU und Grüne betonen hingegen, dass sich das Nauwieser Viertel nun endlich entwickeln und auch preiswerterer Wohnraum geschaffen werden könne.

Wie wichtig ist der Erhalt?

Streitpunkt ist vor allem die Frage, wie stark der Erhalt der Gebäude bei der Konzeptvergabe gewichtet wird. Laut Vorlage der Verwaltung soll der Erhalt zehn Prozent der Gesamtbewertung ausmachen - und damit weniger als etwa die städtebauliche und architektonische Qualität eines möglichen Neubaus.

Festpreis von 667.000 Euro

Das Vergabeverfahren soll am 1. Januar starten und frühestens im Mai mit einer Entscheidung für einen Investor enden. Die Immobilien sollen zu einem Festpreis von 667.000 Euro verkauft werden.

Streit geht schon länger

Der Streit um den Umgang mit den beiden Häusern Nummer 16 und 18 der Nauwieser Straße dauert bereits über ein Jahr: Ein Verkauf der beiden Gebäude war im letzten Jahr verhindert worden.

Dann hatte die SPD vorgeschlagen, die beiden Häuser der städtischen Siedlungsgesellschaft zu übergeben mit dem Auftrag, die Wohnungen zu sanieren und dann als günstigen Wohnraum zu vermieten. Doch der entsprechende Antrag im Stadtrat wurde abgelehnt.

Stattdessen wollte man nun mit einem "Konzeptverfahren" nach der bestmöglichen Lösung suchen. Im Werksausschuss GMS der Landeshauptstadt sollen am Abend die Weichen dafür gestellt werden.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.11.2022.

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