Ein Wissenschaftler untersucht eine Probe (Foto: Sebastian Knöbber)

Labor liefert Corona-Testergebnisse in 48 Stunden

  14.08.2020 | 16:14 Uhr

Das Bioscientia-Labor in St. Ingbert hat jegliche Verantwortung für die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen zurückgewiesen. Abstriche aus dem Testzentrum in Saarbrücken seien spätestens nach 48 Stunden ausgewertet, Abstriche aus Kliniken und Arztpraxen sogar nach 24 Stunden.

Pro Tag kämen im Moment 900 bis 1700 Abstriche rein, sagte eine Sprecherin des Labors. Zweimal am Tag würden die Ergebnisse ans Gesundheitsministerium weitergeleitet.

Video [aktueller bericht, 14.08.2020, Länge: xx:xx Min.]
Auch im Saarland verzögerte Zustellung von Testergebnissen

Organisatorische Probleme als Auslöser

Verzögerungen bei den Corona-Testergebnissen auch im Saarland
Audio [SR 3, Andreas Kindel, 14.08.2020, Länge: 00:44 Min.]
Verzögerungen bei den Corona-Testergebnissen auch im Saarland

Grund für die Verzögerungen sind nach SR-Informationen organisatorische Probleme, vor allem zum Start des neuen Testzentrums. Zunächst habe es vor Ort nicht mal einen Drucker gegeben, Testpersonen hätten ihre Daten handschriftlich hinterlassen müssen. Teilweise seien Name oder Adresse hinterher nicht mehr zu entziffern gewesen.

Kein positiver Befund von Verzögerung betroffen

Interview: Oliver Harzer, Chef des St. Ingberter Corona-Testlabors
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger/Oliver Harzer, 14.08.2020, Länge: 04:25 Min.]
Interview: Oliver Harzer, Chef des St. Ingberter Corona-Testlabors

War etwas nicht lesbar, so habe das Minsterium anhand der abgefragten Daten (Name, Adresse, Email-Adresse und Telefonnummer), die erfasst wurden, immer den Patienten ermitteln können. Das betonte Manuel Kerber vom Gesundheitsministerium im SR-Interview. Diese Suche habe aber natürlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Ein positiver Befunde sei von der Verzögerung aber nicht betroffen gewesen, ergänzte Thomas Lamberty vom Gesundheitsministerium.

Laut Lamberty wurde am Freitag vergangener Woche auf eine digitale Erfassung umgestellt. „Diejenigen, die sich zum Abstrich melden, werden über die Krankenversicherungskarte digital erfasst und der Überweisungsschein zum Labor wird auch maschinenlesbar ausgedruckt.“ Diese Maßnahme habe das Ministerium ergriffen, um die vorhandenen organisatorischen Probleme in den Griff zu bekommen.

Neben der Lesbarkeit habe aber vor allem die neue Bundesverordnung für Reiserückkehrer zu Verzögerungen geführt: „Der Anspruch, der jedem aus dem Ausland Einreisenden gewährt wurde, sich kostenfrei testen zu lassen, hat zu einer ganzen anderen Zahl von Reiserückkehrern geführt, als von uns vorher angedacht war.“

Teilweise Ergebnisse auf Homepage abrufbar

Wer in einem Testzentrum getestet wurde, das mit dem Bioscentia-Labor in St. Ingbert zusammenarbeitet, der kann seine Testergebnisse selbst überprüfen, sagt Oliver Harzer: „Patientinnen und Patienten, können die Befunde bei uns auf der Homepage mit einer bestimmten Kennung individuell abrufen.“ Die Daten – wie zum Beispiel die Auftragsnummer – sollen die Patienten beim Test erhalten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.08.2020 berichtet.

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