Gereinigtes und ungereinigtes Grubenwasser (Foto: SR)

RAG plant neue Kontrollbohrungen

Mirko Tomic   27.06.2019 | 18:25 Uhr

Im Zusammenhang mit den umstrittenen Grubenflutungsplänen im Saarland will die RAG neue Kontrollbohrungen zum Trinkwasserschutz durchführen. Das ist das Ergebnis eines Erörterungstermins zu der beantragten Grubenflutung. Beim Streitthema Radongas gibt es hingegen kein Einlenken des Konzerns.

Die RAG hat angekündigt, Kontrollbrunnen zur Risikoüberwachung zu bohren. Damit folgt das Unternehmen der Empfehlung des vom Land bestellten Gutachters und den Forderungen der Trinkwasserversorger. In Betracht kommen das Scheidter Tal, Spießen-Elversberg und Saarwelligen. Michael Drobniewski, Leiter RAG Grubenwasserhaltung sagte im SR, man werde in den nächsten Monaten und Wochen mit den Wasserversorgern sprechen, wo solche Pegelbrunnen zur Überwachung der Wasserschichten gebohrt werden.

Video [aktueller bericht, 27.06.2019, Länge: 2:54 Min.]
RAG Treffen zu Grubenwasserflutungen

Die jährlich bis zu 18 Millionen Kubikmeter geförderten Grubenwasser werden aber auf absehbare Zeit weiter ungefiltert in saarländische Gewässer eingeleitet. Die RAG hat Auflagen des Umweltministeriums widersprochen und setzt für Reden weiterhin auf die Schließung des Standorts statt des Aufbaus einer Filteranlage.

Kein Einlenken beim giftigen Radongas

Zu den Gesamtkosten zum Abpumpen des Grubenwassers gab es in letzter Zeit Verwirrung weil plötzlich von 50 Mio Euro jährlichen Kosten die Rede war. Der Regionalbeauftragte der RAG bestätige dem SR nun 30 Mio. Euro jährliche Gesamtkosten. Zusätzliche Investitionen würden wenn überhaupt zeitlich begrenzt auflaufen.

Besonders strittig ist die Belastung durch das krebserzeugende Grubengas Radon. Hier will die RAG trotz klarer Forderungen und Warnungen durch den vom Land bestellten Gutachter erst einmal den Sachverhalt nur diskutieren weil der Konzern der Meinung ist, bereits jetzt ausreichend Messstellen zur Überwachung vorzuhalten. Das geruchslose Radon kann lebensgefährlich werden, wenn es mit dem beantragten Grubenwasseranstieg nicht nur ins Freie strömt, sondern durch Klüfte und Risse in Häuser eindringt und sich dort unbemerkt ablagert.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 28.6.2019 berichtet.

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