Symbolbild: Polizei (Foto: SR / Felix Schneider)

Großrazzia in der Pflegebranche

  25.11.2020 | 17:04 Uhr

Rund 1000 Einsatzkräfte von Zoll und Bundespolizei haben heute in mehreren Bundesländern Durchsuchungen wegen des Verdachts der illegalen Beschäftigung und des Lohndumpings in der häuslichen Pflege durchgeführt. Im Saarland wurden dabei fünf Objekte durchsucht.

Die Ermittlungen laufen bereits seit mehreren Jahren und es geht um Millionenbeträge. Alleine die Höhe der nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge schätzt das Hauptzollamt Dresden auf 14 Millionen Euro.

Einschleusung im großen Stil

Im Fokus stehen drei 37, 42 und 44 Jahre alte polnische Staatsangehörige und insgesamt 71 Auftragsvermittler in Deutschland, teilten Zoll, Bundespolizei und Staatsanwaltschaft mit. Sie sollen im großen Stil Ausländer - meist Frauen aus der Ukraine - eingeschleust und als häusliche Pflegekräfte vermittelt haben. Eine Ausbildung oder Arbeitsgenehmigung hätten die Frauen meist nicht gehabt, zudem seien Arbeitsentgelte vorenthalten oder veruntreut worden.

Inzwischen wird in knapp 1400 Fällen wegen illegalem Aufenthalt im Zusammenhang mit der Arbeitsaufnahme in Deutschland ermittelt.

Datenträger, Waffen, Geld und Gold sichergestellt

Bei den Durchsuchungen am Mittwoch in insgesamt 13 Bundesländern, unter anderem auch im Saarland, wurden Datenträger, Vertrags- und Personalunterlagen sichergestellt. Daneben fanden die Ermittler auch Schusswaffen, Munition, knapp 60.000 Euro und ein Kilogramm Gold im Wert von mehreren Tausend Euro.

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