Die Bundespolizei im Einsatz (Foto: dpa)

Großfahndungstag der Bundespolizei

Mit Informationen von Jürgen Rinner   11.04.2019 | 19:31 Uhr

Im Saarland und in anderen Grenzregionen hat die Polizei am Donnerstag eine Großfahndung durchgeführt. Der Schwerpunkt der Kontrollen im Saarland lag auf dem Großraum Saarbrücken. Gesucht wurde vor allem nach illegalen Migranten und deren Schleusern.

Im Saarland wurden 50 neue Stellen bei der Bundespolizei geschaffen. Die Beamten sollen verstärkt im Rahmen der Grenzkontrollen zum Einsatz kommen. Der Migrationsdruck nach Deutschland ist laut Bundespolizei konstant hoch. 780 illegale Grenzübertritte wurden 2018 im Saarland festgestellt. Die Dunkelziffer liege vermutlich deutlich höher. Die Schleusernetzwerke seien gut organisiert, offene Grenzen kämen ihnen zugute.

Video [aktueller bericht, 11.04.2019, Länge: 1:49 Min.]
Bundespolizei sucht nach illegalen Migranten und ihren Schleusern

Polizei will Schleuser verunsichern

Die Bundespolizei will verstärkt den Grenzraum überwachen. Die Kontrollen, zum Beispiel an der Goldenen Bremm, sind gut sichtbar. Sie lassen sich leicht umgehen. „Das haben wir auf dem Schirm, das kalkulieren wir sogar ganz bewusst mit ein“, sagt Michael Schuol von der Bundespolizei Koblenz. „Deswegen sind wir an unterschiedlichen Stellen vor Ort, und zwar ganz bewusst nicht nur mit uniformiertem Personal, sondern auch mit zivilem Personal.“ Auch ein Hubschrauber war am Donnerstag im Einsatz. Damit, so Schuol, sollten Schleusernetzwerke verunsichert werden.

Im Mai soll es auch wieder Hubschrauber-Sprungfahndungen geben. Dabei werden deutsche und bei Bedarf auch französische Beamte schnell an unterschiedliche Orte verlegt. Neu wird der Einsatz von Drohnen sein. Mit ihnen soll der gesamte Grenzraum besser überwacht werden, zum Beispiel auch Rastplätze, an denen Personen – oft vom Fahrer unbemerkt – zusteigen.

Polizei will Vorgehensweise herausfinden

Großfahndungstag im Saarland
Audio [SR 3, Gabor Filipp, 11.04.2019, Länge: 03:15 Min.]
Großfahndungstag im Saarland

„Das ist aus unserer Sicht kein Aktionismus“, so Ralf Leyens von der Bundespolizei in Bexbach. „Jedes Mosaiksteinchen fügt sich irgendwann zu einem Puzzle zusammen. Und nur so bekommen wir ein Bild darüber, wie professionelle Schleuser arbeiten, und es geht für uns darum, an die Hintermänner heranzukommen."

Im Saarland arbeiten über 400 Bundespolizisten in unterschiedlichen Bereichen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 11.04.2019 berichtet.

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