Justizia (Foto: Pixabay/WilliamCho)

Gericht befasst sich erneut mit Schädelfund

Thomas Gerber / Onlinefassung: Kasia Hummel   05.11.2021 | 19:17 Uhr

Der Prozess um den mutmaßlichen Mord an dem seit 30 Jahren verschwundenen Völklinger Peter Gregorius neigt sich offenbar dem Ende entgegen. Das Landgericht will die Beweisaufnahme schließen. Am Freitag spielte erneut der Fund eines menschlichen Schädels im benachbarten Lothringen eine Rolle.

Der Prozess zu dem mutmaßlichen Mord an dem vor dreißig Jahren spurlos verschwundenen Völklinger Peter Gregorius läuft bereits seit Februar. Am Freitag spielte erneut der Fund eines menschlichen Schädels im benachbarten Lothringen eine Rolle.

Bei dem Leichenfund nahe des lothringischen Dabo handelt es sich aber offenbar doch nicht um die sterblichen Überreste von Peter Gregorius. Zwar konnten die französischen Behörden den Schädel noch immer nicht zur Verfügung stellen, dafür aber einen Zahnstatus.

Der Tote von Dabo soll demnach ein weitgehend vollständiges Gebiss gehabt haben. Gregorius jedoch fehlten zwei Schneidezähne. Das Zahnschema der beiden stimmt also offensichtlich nicht überein.

Angeklagte nicht entlastet

Zunächst hatte eine Gesichtsrekonstruktion nahegelegt, dass es sich bei dem Toten von Dabo um Gregorius handeln könnte. Eine Expertin hatte von einer 80-prozentigen Übereinstimmung gesprochen. Das hätte zumindest im Zweifel für die beiden Angeklagten gesprochen.

Der Verteidiger des Hauptangeklagten stellt das Ergebnis des Gebissabgleichs in Frage. Dass Gregorius zwei Schneidezähne gefehlt hätten, basiere rein auf Zeugenaussagen und nicht auf einem beweiskräftigen Zahnstatus.

"Mordprozess ohne Leiche"

Den beiden Angeklagten im "Mordprozess ohne Leiche" wird zur Last gelegt, den seit 1991 verschwundenen Völklinger Peter Gregorius heimtückisch ermordet und seine Leiche in einem Waldstück bei Wadgassen verscharrt zu haben.

Sie waren deswegen im August 2020 festgenommen worden und saßen zunächst in Untersuchungshaft. Ende September wurden die beiden Angeklagten unter Meldeauflagen auf freien Fuß gesetzt.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.11.2021.

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