Google-Logo durch eine Brille (Foto: imago/ITAR-TASS)

Das saarländische Jahr durch die Google-Brille

Annabell Brockhues / Statistik: Google Trends   15.12.2016 | 16:03 Uhr

Wie heißt das Saarland auf Englisch? Das war nicht nur eine Frage bei „Wer wird Millionär“ sondern auch die Frage, die die Deutschen 2016 am meisten in Verbindung mit dem Saarland gegoogelt haben. Das Jahr durch die Google-Brille verrät auch, dass man in Saarbrücken gut feiern kann.

Die Antwort auf die meistgestellte Frage bei Google ist ziemlich einfach: The Saarland. So heißt nämlich das Saarland auf Englisch. Nachdem die 125.000 Euro-Frage bei „Wer wird Millionär“ lautete, wie das Saarland auf Englisch heißt, wollte das auch der Rest von Deutschland wissen – und fragte Google. Die Saarländer speziell interessierten sich besonders für die EM: Die zweithäufigste Frage war, wann Deutschland wieder spielt.

Böhmermann und das Saarland

Hoch im Kurs in Verbindung mit dem Saarland ist Jan Böhmermann. Während sich die Saarländer vor allem fragten, was Böhmermann gegen Erdogan gedichtet hat, dass dieser Böhmermann anklagt, fragt sich die Bundesrepublik: Was hat Böhmermann gegen das Saarland? Spontan spuckt Google etwa 62.600 Antworten auf diese Frage aus.

In der deutschlandweiten Auswertung der Google-Suchen, die etwas mit dem Saarland zu tun haben, taucht auch die Fechinger Talbrücke auf – auf Platz 4. Immerhin war die Brücke mehr als ein halbes Jahr gesperrt: Dringend sanierungsbedürftig, wie eine Liste des Bundes zeigte. Saniert ist die Brücke mittlerweile, eine neue soll trotzdem kommen. Von nationalem Interesse scheint auch der Botanische Garten der Saar-Uni sein – immerhin rangiert er auf Platz neun der Liste. Der Botanische Garten wurde am 1. April wegen Sparmaßnahmen der Uni geschlossen. Überregional bekannt sollte nun auch der neue Baumwipfelpfad an der Saarschleife sein – die Top 2-Suchanfrage.

Feiern in Saarbrücken

Die Saarschleife taucht auch bei den meistgesuchten Sehenswürdigkeiten im Saarland auf. Hier rangiert sie ebenfalls auf Platz zwei, vor dem Gondwana-Park und hinter dem Bostalsee. Der Bostalsee ist übrigens nicht nur ein gern gegoogelter, sondern auch ein gern besuchter Ort im Saarland: Mehr als eine halbe Million Übernachtungen gab es in dem dortigen Center Parcs Ferienpark.

Wer nach der Landeshauptstadt gesucht hat, interessierte sich vor allem für Feste: Farbgefühle, Altstadtfest und Weihnachtsmarkt belegen die Suchanfragen fünf bis drei. Auch Konzerte von Sarah Connor oder The Bosshos wurden oft gesucht. Am meisten wurde aber nach einem tragischen Unglück gesucht: Der Flugzeugabsturz Ende Oktober, bei dem der Pilot ums Leben gekommen ist. Er setzte mit der Maschine nicht auf der Landebahn auf, sondern daneben.

Meist-gegoogelter Politiker

Er ist nicht nur der bestangezogenste Politiker, sondern auch der meistgegoogelte Politiker aus dem Saarland: Heiko Maas machte sich als Justizminister besonders mit ständiger Kritik an Facebook einen Namen. 2016 setze er sich vor allem für härtere Maßnahmen gegen Hasskommentare im Netz ein. Vielleicht ist es aber auch seine Beziehung mit Schauspielerin Natalie Wörner, die Maas nicht nur eine Bild-Titelseite, sondern auch den ersten Platz unter den meistgesuchten saarländischen Politikern bescherte.

Direkt dahinter folgt der Linken-Politiker Oskar Lafontaine. Auch wenn er sich längst aus der Bundespolitik zurückgezogen hat, scheint er immer noch ein wichtiges Wörtchen mitzureden zu haben. Abgeschlagen findet sich der saarländische Innenminister: Klaus Bouillon (CDU) machte 2015 vor allem wegen seiner Arbeit während der Flüchtlingskrise bundesweit von sich reden und schaffte es unter die Top Ten. In diesem Jahr hat es für den ehemaligen Bürgermeister nur für Platz 16 gereicht – vielleicht, weil ihn als zeitweiser Chef der Innenministerkonferenz jeder kennt.

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