Haltestelle für den Linienbus (Foto: Imago Images/MiS)

Gewerbegebiete schlecht an ÖPNV angebunden

Niklas Resch / Caroline Uhl   29.08.2019 | 12:57 Uhr

Der öffentliche Nahverkehr im Saarland ist in vielen Fällen nur schlecht auf die Bedürfnisse von Berufstätigen abgestimmt. Das kritisieren der Verkehrsclub VCD Saar und die Plattform Mobilität SaarLorLux.

Schlechte ÖPNV-Anbindung in Gewerbegebieten
Audio [SR 3, Niklas Resch, 29.08.2019, Länge: 03:38 Min.]
Schlechte ÖPNV-Anbindung in Gewerbegebieten

Vor allem Beschäftigte in Industrie- und Gewerbegebieten seien zu oft auf das Auto angewiesen. Das Saarland brauche einen landesweiten ÖPNV „aus einem Guss“, damit mehr Saarländer Bus und Bahn nutzen könnten.

Erhard Pitzius von der Plattform Mobiltät SaarLorLux sagte dem SR, im Landkreis Saarlouis sei die Situation besonders schlecht. „Dort gibt es sehr viele Gewerbegebiete, Häsfeld, Lisdorfer Berg, aber auch Saarwellingen Campus Nobel, Dickenwald Gewerbegebiet John, die überhaupt nicht an den ÖPNV angeschlossen sind.“

Viel Nachholbedarf in Saarlouis und Merzig

Auch Werner Ried vom Verkehrsclub VCD Saar sieht starke Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen. „Die östlichen Landkreise, zum Beispiel der Saarpfalz-Kreis, sind sehr gut aufgestellt in ihrem ÖPNV-Angebot. Im Westen hingegen, also Saarlouis und Merzig-Wadern sehe ich viel Potenzial nach oben.“

Das Verkehrsministerium bestätigt, dass es bei der Anbindung neuer Industrie- und Gewerbegebiete Nachholbedarf gibt. Zuständig dort seien aber vor allem Kreise und Kommunen.

Landesbetrieb und mehr Grenzverkehr gefordert

Die Linksfraktion im Landtag rief dazu auf, die Kritik am ÖPNV ernst zu nehmen. „Unser Land braucht einen landesweiten ÖPNV aus einem Guss“, sagte der verkehrspolitische Sprecher Jochen Flackus. Er kritisierte das Geflecht aus unterschiedlichen Zuständigkeiten. Nötig sei ein Landesbetrieb für den Nahverkehr im Saarland.

Die Grünen im Saarlouiser Stadtrat forderten den Anschluss des Industriegebietes Lisdorfer Berg. Darüber hinaus solle der auch der grenzüberschreitende ÖPNV sehr viel stärker in den Fokus rücken.

Landesweit soll 2021 eine neue Tarifreform in Kraft treten. Vorgesehen sind ab dann billigere Preise und eine Änderung des komplizierten Wabensystems. Dafür veranschlagt sind zusätzliche Ausgaben in Höhe von zehn Millionen Euro, für die auch der Koalitionspartner CDU sein Einverstädnis geben muss. Und das für ein SPD-Projekt, das ausgerechnet 2021, im Jahr vor der Landtagswahl, in Kraft treten soll.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.08.2019 berichtet.

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