Gesundheitsamt (Foto: dpa/Picture alliance/Rebert Schlesinger)

Gesundheitsämter als Frühwarner in Sachen Corona

Steffani Balle / Onlinefassung: Sandra Schick   08.05.2020 | 14:22 Uhr

Die saarländischen Gesundheitsämter haben jetzt eine noch größere Verantwortung in der Corona-Pandemie: Sie müssen zeitnah den Überblick darüber liefern, ob sich die Zahl der Neuinfizierten wieder so erhöht, dass die Politik eingreifen und Lockerungen zurück nehmen muss.

Gesundheitsämter als Frühwarner in Sachen Corona
Audio [SR 3, Steffani Balle, 08.05.2020, Länge: 00:57 Min.]
Gesundheitsämter als Frühwarner in Sachen Corona

Im Regionalverband Saarbrücken liegt die magische Zahl bei 165 Neuinfektionen innerhalb einer Woche. Diese Zahl ergibt sich aus der Einwohnerzahl von rund 330.000 Menschen und der Vorgabe, dass es nicht mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche sein dürfen.

Für den Landkreis Saarlouis mit seinen rund 195.000 Einwohnern liegt die Grenze bei rund 97 Neuinfektionen. Im Saar-Pfalz-Kreis dürfen es maximal 75 sein und im Landkreis Neunkirchen 65. Im Landkreis St. Wendel liegt die Grenze bei rund 44 Infizierten, im Landkreis MZG-Wadern mit seinen rund 104.000 Einwohnern bei 50.

Diese Fallzahlen sind in keinem der Landkreise in den vergangenen Wochen auch nur ansatzweise erreicht worden. Im gesamten Saarland lag die Zahl der Neuninfektionen von Mittwoch auf Donnerstag bei zehn neuen Fällen. Der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Uniklinik Homburg warnte aber: Ein Zustand von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche könne nach den Lockerungsmaßnahmen schnell wieder eintreten.

50 Neuinfektionen keine fixe Obergrenze

Allerdings handelt es sich bei der Zahl 50 laut Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht um eine fixe Obergrenze. Die Zahl der Neuinfektionen müsse vielmehr situationsabhängig betrachtet werden. So seien landkreisweite Beschränkungen nicht immer zwingend notwendig.

Wenn sich Infektionsausbrüche auf einzelne Einrichtungen begrenzen, wie im Kreis Coesfeld, wo vor allem ein fleischverarbeitender Betrieb betroffen ist, so sei es natürlich möglich auch nur dort Maßnahmen zu Eindämmung zu ergreifen. Auch im Saarland würde man selbstverständlich in einem solchen Fall nicht den ganzen Landkreis zum sogenannten Lockdown bringen, so Hans.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 08.05.2020 berichtet.

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