Eine Krankenpflegerin reicht einem Patienten ein Glas Wasser. (Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

So schützen Sie sich vor der Hitze

Anne Staut   19.07.2022 | 14:23 Uhr

Sommer, Sonne, Hitze: Auch diese Woche verspricht keine Abkühlung für das Saarland. Besonders hohe Temperaturen können aber auch schnell zur lebensbedrohlichen Gefahr werden. Wie kann man vorbeugen?

Es bleibt heiß im Saarland: Zu Beginn der Woche steigen die Temperaturen deutlich über die 30-Grad-Marke. Heute soll das Thermometer sogar auf 40 Grad klettern.

Kinder, Alte und chronisch Kranke besonders gefährdet

Die Hitze macht vielen zu schaffen. Besonders gefährlich ist sie laut dem Vorsitzenden des saarländischen Hausärzteverbandes, Dr. Michael Kulas, aber für Kinder, Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie etwa hoher Blutdruck oder auch Asthma.

Das liege daran, dass diese Gruppen ein deutlich empfindlicheres Kreislaufsystem haben, das viel schneller an seine Grenzen komme, so Kulas.

Lebensbedrohliche Gefahr

Die Hitze kann sogar zu einer lebensbedrohlichen Gefahr werden. In den Jahren 2018 bis 2020 gab es bundesweit zum ersten Mal in drei aufeinanderfolgenden Jahren eine hitzebedingte Übersterblichkeit.

Insgesamt starben in diesem Zeitraum mehr als 19.000 Menschen durch Hitze. Das geht aus einer Studie des Robert Koch-Instituts, des Deutschen Wetterdienstes und des Umweltbundesamtes hervor, die den Zeitraum von 1992 bis 2021 untersucht hat. Todesursache ist bei den Hitzetoten laut Kulas in der Regel Herz-Kreislauf-Versagen oder Austrocknung.

Körper kann Temperatur nicht ausgleichen

Doch wodurch wird die Hitze überhaupt zu einem so großen Problem? "Die Stoffwechselvorgänge im Körper produzieren Temperatur und diese muss nach außen abgegeben werden", erklärt Kulas. Liege die Außentemperatur gleich hoch wie die Körpertemperatur bei 37 Grad oder sogar höher, bestehe die Gefahr, dass der Körper die überschüssige Temperatur nicht mehr abgeben könne.

"Diese Temperatur bleibt im Körper und muss dort verarbeitet werden und das schafft der Körper nicht." Um sich zu schützen, hilft es deshalb auch nicht nur, genügend zu Trinken. "Es geht vielmehr darum, dass der Körper dieser Temperatur erst gar nicht ausgesetzt wird."

Was hilft gegen die Hitze?

Damit es gar nicht soweit kommt, empfiehlt Kulas sich an einfache Verhaltensregeln zu halten:

  • Nicht in der Hitze nach draußen gehen
  • Sich in Räumlichkeiten mit Temperaturen von maximal Mitte 20 bis Ende 20 Grad aufhalten
  • Körperliche Anstrengung vermeiden
  • Lockere, luftige Kleidung tragen
  • Den Körper kühlen: Dafür eignet sich am Besten lauwarmes Wasser.

Weitere Tipps hat das saarländische Gesundheitsministerium auf seiner Website zusammengestellt. Dort gibt es auch Informationen, welche Maßnahmen im Bereich der häuslichen Pflege getroffen werden können, um die Pflegebedürftigen vor der Hitze zu schützen.

Auf Warnsignale achten

Wichtig ist es auch, auf Warnzeichen zu achten. Sehr schnelles atmen, schnelle Herzschläge oder Unwohlsein können ein Anzeichen dafür sein, dass der Körper gegen die Hitze ankämpft.

Nicht nur Menschen, auch Tiere leiden unter den hohen Temperaturen. Vor allem das Auto kann für sie schnell zur Todesfalle werden.

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