Das Blaulicht eines Polizeiwagens (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Mehr als 100 Personen durch Sprengfallen gefährdet

  15.03.2019 | 15:59 Uhr

Nach einer Anschlagsserie im Raum Kaiserslautern hat die Polizei Westpfalz Wohnungen und Anwesen von 109 Personen überprüft. Sie standen in problematischer Beziehung zu einem verstorbenen Landschaftsgärtner, der vor seinem Tod mehrere Sprengvorrichtungen verschickt haben soll. In einem Fall wurden die Ermittler fündig.

In einem Haus in Fischbach entdeckten die Polizisten eine als Holzscheit getarnte Vorrichtung. Sie wurde kontrolliert gesprengt. Derzeit gibt es laut Polizei keine Hinweise auf weitere Sprengfallen. Vollständige Entwarnung könne sie allerdings nicht geben.

Bei einer Durchsuchung des Anwesens des mutmaßlichen Täters Bernhard Graumann fanden die Ermittler neben Waffenteilen, Munition und Schwarzpulver auch eine Standbohrmaschine, die zur Herstellung der Sprengvorrichtungen gedient haben könnte.

Täter hat sich wohl selbst vergiftet

Bei der Obduktion Graumanns gab es laut Staatsanwaltschaft keinerlei Hinweise auf eine gewaltsame Fremdeinwirkung. Die bisherigen Ergebnisse ließen den Schluss zu, dass Graumann sich selbst vergiftet habe. Kurz nach Graumanns Tod war in Enkenbach-Alsenborn ein 64-jähriger Arzt durch eine Handgranate ums Leben gekommen, die wohl in einem Behälter aus Holz versteckt gewesen war.

Video [aktueller bericht, 15.03.2019, Länge: 2:08 Min.]
Keine Entwarnung nach Sprengfallen-Anschlägen in der Westpfalz

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 15.03.2019 berichtet.

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