David Maaß, Gewerkschaft der Polizei (GdP) (Foto: Imago images/Becker & Bredel)

GdP kritisiert „Minimalerhöhung“ der Polizeizulage

  23.06.2021 | 11:59 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) übt in einem offenen Brief an Innenminister Klaus Bouillon (CDU) Kritik an der geplanten Erhöhung der sogenannten Polizeizulage. Die sei mit 3,82 Euro viel zu niedrig und sorge für Kopfschütteln innerhalb der Polizei.

Wie die GdP mitteilte, sehe der Gesetzentwurf des Innenministeriums eine Erhöhung der Polizeizulage um zwei Mal drei Prozent vor. In einem ersten Schritt bedeute das eine Anhebung von 3,82 Euro. „Als Gewerkschaft sind wir grundsätzlich froh, dass die Polizeizulage ihre erste Erhöhung nach über 20 Jahren erfahren soll. Großer Unmut entsteht jedoch im kleinen Saarland, wenn wir über die tatsächliche Erhöhung der Polizeizulage sprechen. Die geplante Erhöhung von nur 3,82 Euro erzeugt in der Polizei und meiner Gewerkschaft Unverständnis und heftiges Kopfschütteln“, sagte der Gdp-Landesvorsitzende David Maaß.

"Keine Wertschätzung"

Viele Polizistinnen und Polizisten fühlten sich durch diese „Minimalerhöhung keineswegs wertgeschätzt“, sondern in ihrer Arbeit von der Politik missverstanden und nicht gehört. In anderen Bundesländern sei die Polizeizulage, die das Risiko von besonders gefährlichen Tätigkeiten kompensieren soll, schon jetzt wesentlich höher. In Bayern betrage sie knapp 162 Euro, im Haushaltsnotlageland Schleswig-Holstein 150 Euro.

Bundespolizisten verdienen mehr

Maaß betonte zudem, dass die Bundespolizei, „die sich des gleichen Bewerberpools wie das Saarland bedient“, die Zulage im vergangenen Jahr auf 190 Euro angehoben habe und sie sie noch um weitere 20 Prozent auf 228 Euro erhöhen will. „Eine Bundespolizistin verdient somit allein durch die Polizeizulage monatlich über 100 Euro netto mehr als ein Polizist im Saarland. Gerade im Hinblick auf geeigneten Polizeinachwuchs sieht die GdP dem Saarland alle Felle davon schwimmen“, sagte Maaß.

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