Nachspeisenvariation (Foto: SR)

Gault Millaut für Saar-Spitzenköche

Julia Berdin / Onlinefassung: Axel Wagner   05.11.2019 | 21:28 Uhr

Was gutes Essen angeht – da macht den Saarländern so schnell keiner was vor: Elf Michelin-Sterne verteilen sich hier auf sieben Sterneköche. Auch der neueste Gault Millau bescheinigt hohes Niveau: 13 Restaurants wurden getestet. 20 Punkte gibt es maximal, rein theoretisch allerdings. Für keines der Restaurants gab es weniger als 13 Punkte.

Ihre Restaurants gehören weiterhin zu den acht besten in ganz Deutschland: Klaus Erfort’s Gästehaus in Saarbrücken und das Victor’s Fine Dining by Christian Bau in Perl-Nennig. Sie sahnen im aktuellen Gault Millau 19,5 von 20 möglichen Punkten ab. Geht es nach der Gourmet-Bibel, ist der Küchenchef des „Esplanade“ in Saarbrücken Silio del Fabro die „spannendste Bereicherung der saarländischen Spitzengastronomie seit Langem“.

Video [aktueller bericht, 05.11.2019, Länge: 2:59 Min.]
Hohe Punktzahl für saarländische Restaurants

Neben weiteren bekannten Sterneköchen wie Cliff Hämmerle und Alexander Kunz landen auch junge Gourmet-Köche wie Martin Stopp vom Louis in Saarlouis und Marc Pink vom Landwerk in Wallerfangen mit jeweils 16 Punkten im Gault Millau.

Drei Köche, kein Personal

Das Koch-Trio vom „Le Comptoir“ in Saarbrücken erreicht auf Anhieb 15 Punkte. Vor gut einem Jahr haben David Christian, Peter Wirbel und Jens Jakob ihr Restaurant im Nauwieser Viertel eröffnet, mit einem besonderem Konzept: Die Drei kommen ohne Service-Kräfte, Spüler und Küchenhilfen aus. Bedient, angerichtet und serviert wird hauptsächlich am Tresen.

„Das rechnet sich so auch für uns“, sagt Jens Jakob. „Auf dem Niveau, wo wir uns bewegen und selbst auch in den Bistros ist es so schwierig geworden, Gastronomie finanziell zu betreiben, sodass die meisten Häuser mittlerweile über Hotelzimmer quersubventioniert sind oder den Sponsor im Rücken haben. Das wollten wir nicht. Wir wollten selbstständig sein und unsere Entscheidungen treffen können. Dafür ist natürlich diese Auszeichnung noch einmal doppelt so viel wert.“

Kochen pur

Viel Zeit für das Drumherum hätten sie dabei nicht, meint David Christian. „Wir sind abends wirklich zu zweit, und wenn dann der Laden voll ist, zum Beispiel mit 16 Personen, da ist einfach keine Zeit mehr für Anrichten mit Pünktchen und Schnickschnack und Fifi hier und da. Das funktioniert natürlich nicht. Aber der Geschmack ist dann halt eben doch wichtiger.“

Das Konzept gibt den dreien auch wieder mehr Zeit für Privalleben. So ist Peter Wirbel gerade Urlaub. Der Laden lässt sich aber auch gut zu zweit schmeißen. „Wir haben auch ein Stück Lebensqualität durch dieses Konzept gesucht“, so Jens Jakob. Es sei ihnen aber wichtig gewesen, trotzdem auf Spitzenniveau weiterarbeiten zu können.

Die schlanke Karte und die eingesparten Personalkosten schlagen sich auch in den Preisen nieder. Das Drei-Gänge-Mittagsmenü ist für um die 25 Euro zu haben. Ein richtiger Geheimtipp ist das „Le Comptoir“ eigentlich nicht mehr, aber vielleicht einer für den nächsten saarländischen Michelin-Stern.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 05.11.2019 berichtet.

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