Erstpräsentation von Directgastec mit Bundesminister Altmaier (Foto: Pressebild Directgastec)

Gasmotoren made im Saarland

Peter Sauer / Onlinefassung: Sandra Schick   07.03.2019 | 19:20 Uhr

Autos mit Flüssiggasantrieb fristen eher ein Schattendasein. Ein Unternehmen aus dem Saarland würde das gerne ändern. Die Erfinder von "DirectGasTec" haben einen Gasantrieb mit Flüssiggas-Direkteinspritzung für Benzinmotoren entwickelt.

Elektroautos sind zurzeit in aller Munde. Dabei gibt es noch mehr Möglichkeiten, um Autos sauberer zu machen. Eine hat sich das saarländische Unternehmen "DirectGasTec" ausgedacht. Das Prinzip: Ein Gasantrieb mit Flüssiggas-Direkteinspritzung mit dem alle handelsüblichen Fahrzeuge, die einen Benzinmotor haben, nachgerüstet werden können.

Die Kernkomponente ist ein sogenannter Medienwandler. Mittels einer Hochdruckpumpe wird Benzin in den Wandler gepumpt. Das Benzin wird jedoch nicht verbrannt, sondern dient als eine Art Hydraulikflüssigkeit – vergleichbar mit der Bremsflüssigkeit bei einer Bremsanlage. Im Wandler schwingt ein Kolben, der den Benzindruck auf das flüssige Gas überträgt, sodass das Gas in den Motor eingespritzt wird. Der notwendige Flüssiggastank wird ganz einfach im Kofferraum des Fahrzeugs eingebaut.

Partnerschaft mit der HTW

Die ersten Autos mit dieser neuen Technik sind bereits auf den Straßen unterwegs. Daran hat auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes einen großen Anteil. Gasantriebsexperte Professor Thomas Heinze führt mit seinem Team für "DirectGasTec" Langzeit- und Haltbarkeitstests durch. Und die waren nach Angaben der Hochschule positiv und zeigten: Es gibt keine Leistungseinbußen und der Schadstoffausschuss ist geringer als bei Benzin- oder Dieselmotoren.

Heinze: „Die Vorteile des Systems sind, dass wir den Benzinbetrieb und den Autogasbetrieb abtrennen. Das heißt, die Einheiten, die vom Fahrzeughersteller gemacht worden sind, laufen weiter auf Benzin. Für das Autogas wird dieses kleine Modul eingebaut." Neben den geringeren Schadstoffemissionen seien auch die Kosten ein wichtiger Vorteil für den Verbraucher. Unterm Strich spare man 40 Prozent der Kraftstoffkosten, so Heinze.

Video [aktueller bericht, 07.03.2019, Länge: 3:37 Min.]
Saubere Gasmotoren aus dem Saarland

Markteinführung für Sommer geplant

In diesem Sommer kommt die Technik auf den Markt. Die Komponenten des Gasantriebs stellt die Merziger Hochdruck-Armaturen Firma Zentgraf her, die auch einer der Gesellschafter bei "DirecGasTec" ist. Der Umbau kostet den Kunden etwa 2700 Euro. Zielgruppe sind Vielfahrer, die über 10.000 Kilometer pro Jahr fahren.

Automobilexperten gehen davon aus, dass der bisher sehr geringe Anteil an Gasautos in den kommenden Jahren steigen wird. Auch die Autobranche ist auf "DirectGasTec" aufmerksam geworden. Mit Herstellern wie Ford oder PSA steht das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits in Kontakt.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen vom 07.03.2019 berichtet.

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