Symbolbild: Gasleitung (Foto: dpa/Tobias Hase)

Vorbereitungen auf Gasmangel-Szenario laufen

  10.05.2022 | 15:03 Uhr

Welche Auswirkungen hätte ein möglicher Gasmangel infolge des Ukraine-Krieges auf die heimische Industrie? Darüber haben am Montag saarländische Industrieunternehmen, Energieversorger, Kammern und Verbände zusammen mit Wirtschaftsminister Barke beraten.

Ende März hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen, die bislang fortbesteht. Sie dient zur Vorsorge und besseren Vorbereitung auf potentielle Lieferengpässe und -ausfälle.

Derzeit füllen sich laut Wirtschaftsminister Jürgen Barke die Gasspeicher schrittweise. "Grund zur Panik besteht also nicht." Dennoch sei man im ständigen Austausch, um Mechanismen für alle Eventualitäten zu entwickeln. "Unser Ziel ist eine robuste, krisenfeste Energieversorgung." Im Saarland arbeite man auch an regionalen Maßnahmen, um Industrie und Energiewirtschaft zusätzlich zu unterstützen, so Barke

Auktionsmodell in der Prüfung

Auch für den Fall einer extremen Gasmangellage wolle man gerüstet sein, so Barke weiter. Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur prüften derzeit ein Auktionsmodell zur Versteigerung von Gasbezugsrechten für Industrieunternehmen. Dabei sollen die industriellen Bieter den Zuschlag erhalten, die am ehesten auf Gas angewiesen sind.

Das Auktionsmodell könnte eine Alternative zu einer staatlich festgelegten Abschaltreihenfolge sein, kündigte der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, vor rund einer Woche an. Denn der Markt wisse besser als der Staat, wo sich Energie am effizientesten einsparen lasse.

Bei der Umsetzung des Gas-Notfallplans kommt der Bundesnetzagentur eine Schlüsselrolle zu. Denn bei akutem Gasmangel hätte sie die Aufgabe, über die Gasaufteilung zu bestimmen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja