Roboterfußball (Foto: SR)

Fußball-Roboter sollen Forschung voranbringen

  06.06.2022 | 09:19 Uhr

Sie spielen vollautomatisch und können nicht nur gut mit dem Ball umgehen: Die Fußball-Roboter in der Schwankhalle St. Ingbert dienen auch der Forschung. Verantwortlich für die außergewöhnlichen Spieler ist ein Team aus Studierenden der Hochschule Kaiserslautern und der Softwarefirma abat+ aus St. Ingbert.

Roboter, die Fußball spielen - dafür ist ein Team aus Studierenden von der Hochschule Kaiserslautern und der Software-Firma abat+ aus St. Ingbert verantwortlich. Die programmierten Spieler passen sich den Ball zu, schießen Tore - und das alles tun sie nicht nur zum Spaß, sondern im Dienste der Wissenschaft. Mit der Robotik sollen zum Beispiel in der Industrie Produktionsabläufe verbessert werden können.

Roboter sollen menschlicher werden

Dafür stehen die Matches der Fußball-Roboter in der Schwankhalle in St. Ingbert unter den beobachtenden Augen des Tüftler-Teams. Die Studierenden wollen bei kleinen Fehlern in der Technik nachjustieren und die Roboter noch menschlicher machen.

Fußball-Roboter kicken in St. Ingbert
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Fußball-Roboter kicken in St. Ingbert
Am Ball bleiben! So lautet die Devise in der Schwankhalle in St.Ingbert. Dort steht zurzeit alles auf dem Spiel für eine ungewöhnliche Fußballmannschaft: Aus Robotern! - Treffen sie den Ball? Spielen sie geschickt zusammen? Daran tüftelt das Team aus Studenten von der Hochschule Kaiserslautern und der St. Ingberter Softwarefirma abat+. Wenn es klappt, dann lassen sich aus dem Forschungsprojekt neue Anwendungen für den Alltag entwickeln: Vielleicht könnten ähnliche Roboter bald im Haushalt helfen? Saar nur über ein skurriles Sportereignis mit Entwicklungspotential.

Gesteuert werden die Roboter-Spieler nicht über eine Fernbedienung - sie sind mit dem WLAN verbunden und jeweils mit zwei Kameras ausgestattet. So können sie sich quasi gegenseitig mitteilen, wo sie sind oder wohin der Ball rollt. "Die haben Positionen, wo sie standardmäßig hinlaufen", erklärt Teamcaptain Andy Hobelsberger, Student an der Hochschule Kaiserslautern. "In unserer momentanen Spieltaktik haben sie alle ihre Region, für die sie verantwortlich sind."

Roboter können noch viel mehr

Auch sonst funktionieren die Spielabläufe automatisch. Muss zum Beispiel ein Spieler zur Strafe vom Platz, springt sofort ein Ersatzroboter ein.

All das und noch einiges mehr haben die Entwickler den Robotern "beigebracht". Man kann ihre Funktionen sogar noch erweitern, sie können zum Beispiel auch Tai-Chi.

Langfristig ist das Ziel aber, die Erkenntnisse der Forschung an den Robotern noch auf andere Bereiche zu übertragen. Wenn ein Roboter zum Beispiel gut laufen kann und "menschlich" ist, dann kann er auch im Haushalt einige Dinge übernehmen. "Die Spülmaschine ausleeren oder sowas. Das wäre theoretisch möglich mit den Basisdingen, die wir hier entwickeln, in vielen Jahren. Das ist noch eine Zeit lang weg aber das ist definitiv eine Anwendung, wo man das in den Alltag übertragen könnte."

Zusammenarbeit im Team

Mindestens ein Mal pro Woche treffen sich die Studenten für die Arbeit mit den Fußball-Robotern. "Mir macht das Spaß, wenn man schon die Resultate des Programmierens in Echtzeit ansehen kann", sagt Connor Lismore, Werksstudent von abat+ aus St. Ingbert.

"Die Roboter sind am Ende halt Roboter", sagt Felix Mayer, Student der Hochschule Kaiserslautern. Doch obwohl sie keine echten Gefühle zeigen können, ist auch der Roboter-Fußball ein emotionaler Sport: "Emotional wird es, wenn man mit dem Team zusammenarbeitet und versucht, das Beste aus den Robotern rauszuholen."

Über dieses Thema hat auch "Wir im Saarland" vom 03.06.2022 berichtet.

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