Gerichtsakten auf einem Tisch (Foto: dpa/Carsten Rehder)

Die Strafakten der mutmaßlichen Kusel-Täter

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   02.02.2022 | 12:24 Uhr

Die mutmaßlichen Polizistenmörder von Kusel waren der Justiz bereits aus früheren Verfahren bekannt. Bislang waren die beiden Saarländer aber nicht wegen Gewaltdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten. Überwiegend ging es um Betrug.

Auf SR-Anfrage hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken weitere Details zu früheren Verfahren gegen die beiden Saarländer mitgeteilt, die die beiden Polizisten nahe Kusel getötet haben sollen.

Video [aktueller bericht, 02.02.2022, Länge: 2:45 Min.]
Kusel: Tatverdächtiger hatte keinen Waffenschein

Demnach war gegen den 38-jährigen Andreas S. seit 2019 vorwiegend wegen des Verdachts von Insolvenzdelikten und des versuchten Betruges im Zusammenhang mit seinem damaligen Bäckerei- und Imbissbetrieb ermittelt worden. Dazu liege, so die Staatsanwaltschaft, auch eine Anklage vor. Dabei gehe es um rund 100.000 Euro an nicht abgeführten Beiträgen zur Krankenversicherung.

Bereits 2017 sei gegen den Beschuldigten zudem der Vorwurf der Wilderei erhoben worden. Andreas S. habe in einem fremden Revier ein Reh geschossen. Dieses Verfahren sei dann aber eingestellt worden.

Mehrere Verurteilungen wegen Betrug

Der zweite mutmaßliche Mörder von Kusel, Florian V., ist wegen mehrerer Betrugsdelikte bereits drei Mal verurteilt worden. Zuletzt musste der 32-Jährige im Januar dieses Jahres 4800 Euro Geldstrafe zahlen. Er hatte Leistungen von der Arbeitsagentur bezogen obwohl er erwerbstätig war.

Beide Tatverdächtigen derzeit in Haft

Die beiden Männer waren am Montag in Sulzbach festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Rheinland-Pfalz geht nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen davon aus, dass der 38-Jährige und der 32-Jährige den Polizeibeamten und die Polizeianwärterin getötet haben, um damit den Tatbestand der Wilderei zu verdecken.

Florian V. hat den Vorwurf der Wilderei eingeräumt, bestreitet aber, an den Schüssen auf die Beamten beteiligt gewesen zu sein. Andreas S. hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 02.02.2022.

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