Demonstrierende Schüler in Saarbrücken (Foto: SR/Pasquale D'Angiolillo)

3500 Menschen beim "Global Strike for Future"

  15.03.2019 | 14:00 Uhr

Am Freitagvormittag haben in Saarbrücken rund 3500 Menschen für eine bessere Klimapolitik demonstriert. Neben Schülerinnen und Schülern haben sich auch Eltern, Großeltern und Natur- und Umweltverbände dem "Global Strike for Future" angeschlossen.

"Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut"
Audio [SR 3, Isabel Sonnabend, 15.03.2019, Länge: 03:02 Min.]
"Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut"

Der Dauerregen hat viele Schülerinnen und Schüler im Saarland nicht vom Demonstrieren abgehalten. Ganz im Gegenteil: Rund 3500 Menschen zogen durch Saarbrückens Innenstadt, um für besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Gleichzeitig nahmen rund 200 Menschen an einer Kundgebung in St. Wendel teil. Seit der ersten Demonstration im Januar wird im Saarland freitags regelmäßig demonstriert.

"Global Strike for Future"

Für den 15. März hatten die Organisatoren von "Fridays for Future" zum weltweiten Streik aufgerufen. In fast 1700 Städten gab es Aktionen, davon allein in Deutschland 200.

Die Bewegung bekommt immer mehr Unterstützung: Neben Schülern und Studenten waren in Saarbrücken auch Umwelt- und Naturschutzverbände an der Demonstration beteiligt.

"Parents for future"

Hauptstadtkorrespondentin Bettina Nutz
"Deutschland wird die eigenen Klimaziele für 2020 reißen"

Unter dem Titel "Parents for Future" unterstützen nun auch Eltern und Großeltern ihre Kinder beim Streiken.

Rune Becker, Mitinitiator von "Parents for Future", hat zusammen mit seiner elfjährigen Tochter an der Demonstration teilgenommen. Dass sie dafür den Unterricht ausfallen lassen musste, findet er nicht schlimm, denn ein Streik müsse "wehtun". In der Elternschaft werde über den Unterrichtsausfall aber kontrovers diskutiert.

Landeselterninitiative unterstützt Schülerproteste

"Parents for Future" - erstmals sind auch Eltern auf der Schüler-Demo
Audio [SR 1, Interview: Christian Balser, Kerstin Mark, 15.03.2019, Länge: 02:39 Min.]
"Parents for Future" - erstmals sind auch Eltern auf der Schüler-Demo

Auch die Landeselterninitiative für Bildung unterstützt die Schüler bei ihrem Streik. "Wenn Schüler schon wissen, dass Regelverletzungen sein müssen, um Beachtung bei einem wichtigen politischen Anliegen zu bekommen, und dann aber lernen, dass nach dem Ordnungsrecht gerufen wird, statt das Problem anzupacken, das sie thematisieren, dann braucht die Demokratie Nachhilfe", so Bernhard Strube, der Sprecher der Elterninitiative.

Die Initiative bittet die Schulleitungen, die Schüler nicht dafür zu bestrafen, dass sie statt zur Schule lieber demonstrieren gegangen sind. Stattdessen sollten sie die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker in den Unterricht einbeziehen, AGs gründen und Projekte starten.

Video [aktueller bericht, 15.03.2019, Länge: 2:53 Min.]
Klimaschutz-Demo "Global Strike for Future"

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.03.2019 berichtet.