Szene Freizeitzentrum Blieskastel  (Foto: SR)

Sanierung statt Abriss im Freizeitzentrum Blieskastel

Herbert Mangold / Onlinefassung: Jonas Grethel   15.05.2018 | 19:42 Uhr

Das Freizeitzentrum Blieskastel bleibt den Badegästen erhalten. Einstimmig hat der Aufsichtsrat am Montagabend entschieden, dass das Freibad und die Turnhalle des Zentrums nicht abgerissen, sondern saniert werden sollen. Das rund 40 Jahre alte Bad ist laut Gutachten in einem besseren Zustand als gedacht.

Dieses Gutachten hatte die Stadt im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Es sollte untersuchen, ob es sinnvoll ist, noch mehr Geld in das Zentrum zu investieren. Nachdem das Schreiben jetzt vorlag, tagte der Aufsichtsrat am Montag bis spät in die Nacht. Gremiumsmitglied Bernhard Wendel sagte dem SR: "Wir haben festgestellt, dass die Substanz bei Beton und Dach sehr gut ist. Darauf wollen wir aufbauen und nicht ganz neu bauen."

Nach ersten Schätzungen soll die Sanierung zwischen elf und 13 Millionen Euro kosten – ein Neubau wäre etwa doppelt so teuer. Teilweise können die technischen Anlagen noch weiter genutzt werden. Die Lüftungsanlage und das Blockheizkraftwerk müssen allerdings ersetzt werden. Im Besucherbereich plant die Stadt ein neues Kinderbecken und die Sanierung der Saunen. In zwei Jahren könnte man damit beginnen.

Video [aktueller bericht, 15.05.2018, Länge: 3:04 Min.]
Freizeitzentrum Blieskastel bleibt offen

Dringender Sanierungsbedarf in der Turnhalle

So lange kann die Stadt mit der Turnhalle nicht warten. Rund 1600 Schüler nutzen sie für den Sportunterricht. Allein die Geschwister Scholl Schule ist mit elf Klassen jede Woche vor Ort. Die Bausubstanz ist hier noch halbwegs in Ordnung. Tribüne, Seitenwände und Sanitäranlagen sind aber heruntergewirtschaftet. "Ein weiteres Thema ist, dass wir in der Lüftungsanlage Dämmmaterial haben, das man nicht mehr verwenden darf", sagte Wendel. "Man muss die Lüftungsanlage teilweise außer Betrieb nehmen. Man hört, dass die Anlage im Notbetrieb läuft. Das heißt: dringender Sanierungsbedarf."

Unklar ist allerdings, woher die Stadt das Geld für die Sanierungen nehmen will. Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) bestätigte: "Es gibt ein Bundesprogramm, da liegt die Förderung bei 90 Prozent. Das sind aber nur wenige Kommunen, die da bedacht werden. Aber da versuchen wir natürlich, dranzukommen. Ansonsten müssen wir beim Land vorstellig werden."

Hohes Defizit bei den Betriebskosten

Zu den Sanierungs- kommen noch die Betriebskosten, die gedeckt werden müssen. "Tatsache ist, dass wir diese hohen Kosten auf Dauer nicht stemmen können. Wir haben jetzt ein Defizit von rund 1,2 Millionen Euro jährlich", sagte Faber-Wegener.

Auch wenn die Finanzierung noch nicht steht – die Bürgerinitiative "Schwimmbad Blieskastel" ist froh, dass die Schließung vom Tisch ist. Werner Weber von der Initiative sagte dem SR: "Wir sind sehr zufrieden mit dieser Lösung, die gefunden wurde. Sie entspricht auch unseren Wünschen und Forderungen, die wir an die Stadtverwaltung gestellt haben. Wir hoffen jetzt auch, dass noch Gelder frei gegeben werden."

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung aktueller bericht im SR Fernsehen vom 15.05.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen