Eine Frau telefoniert während der Fahrt mit ihrem Handy. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Bei Handy am Steuer droht Fahrverbot

Axel Wagner   01.06.2020 | 09:26 Uhr

Wer in Frankreich am Steuer mit dem Handy telefoniert und dabei einen weiteren Verkehrsverstoß begeht, kann ab sofort zusätzlich zu den schon bestehenden Strafen für bis zu sechs Monate seinen Führerschein verlieren. Eine entsprechende Verschärfung der Straßenverkehrsregeln ist seit Kurzem in Kraft.

Mit der Verschärfung will das interministerielle Komitee zur Verkehrssicherheit (CISR) die Zahl der tödlichen Unfälle reduzieren. Schon bisher war das Telefonieren am Steuer weitgehend verboten. Selbst bei ausgeschaltetem Motor am Straßenrand oder mit Start-Stop-Automatik an der roten Ampel darf in Frankreich nicht telefoniert werden. Ausgenommen nur ist das Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung oder auf einem Parkplatz.

Verschärfte Strafen

Wer erwischt wird, zahlte schon bisher 135 Euro und kassierte drei Punkte. Jetzt kann die Polizei zusätzlich auch noch ein Fahrverbot von bis zu sechs Monaten aussprechen, wenn der Autofahrer im Zusammenhang mit dem Telefonieren noch einen anderen Verkehrsverstoß begangen hat.

Dazu gehören zu schnelles Fahren, gefährliches Überholen oder die Missachtung des Vorrangs für Fußgänger. Der Führerschein kann direkt vor Ort oder bis zu 72 Stunden nach dem Verstoß eingezogen werden. Ist kein Beifahrer mit gültigem Führerschein dabei, wird das Fahrzeug stillgelegt.

Härtere Strafen für Alkoholsünder

Auch Autofahrer, die zu viel Alkohol getrunken haben, müssen nun mit härteren Strafen rechnen. Bei wiederholtem Fahren unter Alkoholeinfluss etwa (ab 0,5 Promille) kann der Gesetzgeber verlangen, dass im Auto eine Alkohol-Wegfahrsperre (EAD) eingesetzt wird.

Bislang war dies für maximal sechs Monate möglich, ab sofort ist die Obergrenze ein Jahr. Einen Alkoholtester dagegen – bislang für alle Autofahrer in Frankreich verpflichtend – müssen Autofahrer ab sofort nur noch nachts dabei haben. Wer das nicht hat, zahlt bei einer Kontrolle pauschal 135 Euro Strafe.

Neu ist auch ein verstärkter Schutz von Prüfern und Kontrolleuren: Autofahrer, Führerscheinanwärter, die ihnen gegenüber verbal oder körperlich aggressiv werden, riskieren, dass sie nicht zur Prüfung zugelassen werden.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 01.06.2020.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja