Sarg im Krematoriumsofen (Foto: Roland Weihrauch/dpa-Bildfunk)

Franzosen lassen sich im Saarland einäschern

Axel Wagner   04.11.2019 | 11:16 Uhr

Immer mehr Franzosen aus Grand Est entscheiden sich für eine Feuerbestattung im Saarland. Ihr Anteil im Krematorium Saarbrücken macht inzwischen rund 20 Prozent aus. Damit schließt Frankreich zum Saarland auf.

Seit 2005 das Bestattungsgesetz geändert wurde, ist es für Bestattungsunternehmen leichter geworden, grenzüberschreitend tätig zu werden. Das sieht Uwe Kunzler, Geschäftsführer bei Feuerbestattungen Saar, dem Betreiber der Krematorien in Saarbrücken und Völklingen, als Grund für die gestiegene Nachfrage aus dem Nachbarland.

Entwicklung seit 2005

„Wir hatten schon immer einen gewissen Kontakt zu dem einen oder anderen französischen Institut“, sagte Kunzler dem SR. Das habe sich intensiviert. Auch sei die Nachfrage nach Feuerbestattungen in Frankreich deutlich gestiegen. „Das hat sich in den letzten fünf Jahren auch in Frankreich extrem entwickelt.“ Lag ihr Anteil an den Bestattungsformen früher noch bei rund 30 Prozent, seien es inzwischen über 50 Prozent.

Kunzler erklärt sich das damit, dass der Trend aus Deutschland zu den Nachbarn herübergeschwappt ist. Im Saarland würden inzwischen etwa 70 Prozent der hier Verstorbenen verbrannt. Hauptgrund für eine Feuerbestattung sei, dass sich die Menschen nicht mehr wie früher um die Gräber ihrer Angehörigen kümmern könnten, beispielsweise wenn die Kinder weit weg wohnen. Die beiden 2014 fusionierten Krematorien in Saarbrücken und Völklingen verzeichnen zwischen 8600 und 8800 Einäscherungen pro Jahr und sind damit nach den Worten Kunzlers einer der größten Krematoriumsbetriebe deutschlandweit.

Bestattung im Saarland günstiger

Ein Grund für die große Nachfrage aus Frankreich, die sich besonders auf das grenznahe Krematorium am Saarbrücker Hauptfriedhof bezieht, ist der Preisunterschied. Feuerbestattungen sind im Saarland etwa 50 bis 60 Euro günstiger als in Frankreich. Außerdem, so Kunzler, hätten die beiden saarländischen Krematorien eine größere Kapazität als die kleineren Anlagen in St. Avold oder Thionville und böten einen umfangreicheren Service.

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