Zwei Menschen halten sich an den Händen. (Foto: IMAGO / Panthermedia)

Forderung nach mehr Barrierefreiheit im Saarland

  03.12.2021 | 08:54 Uhr

Mehr Gleichberechtigung, mehr Barrierefreiheit, mehr Inklusion: Am Tag der Menschen mit Behinderung werden Stimmen aus verschiedenen Bereichen laut – zu den Themen Mobilität, Gesundheitssystem und Bildung.

„Sowohl das Saarland als auch Deutschland sind noch meilenweit von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum entfernt“, kritisiert der Sozialverband VdK Saarland anlässlich des Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember.

Das zeigt sich zum Beispiel an den Bahnhöfen im Saarland: Nur zwölf Prozent der saarländischen Bahnhöfe waren im Jahr 2020 weitestgehend barrierefrei. Vor rund einem Jahr hatten die Grünen eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Aus der Antwort ging hervor, dass sich die Situation in den vergangenen zwei Jahren kaum verbessert hat.

Saarland bundesweit Schlusslicht

Auch der VdK kritisiert die Bahnhöfe. Mit Bezug auf Zahlen der Deutschen Bahn von 2019 seien im Saarland 71 Prozent der Bahnsteige stufenfrei zugänglich. Damit bilde das Saarland bundesweit das Schlusslicht – und stufenfrei sei nicht gleich barrierefrei.

Der VdK fordert deshalb, dass das Saarland in den Programmen des Bundes zum barrierefreien Umbau von Bahnhöfen stärker berücksichtigt wird. Außerdem sieht der Sozialverband hohen Nachholbedarf in den Arztpraxen sowie bei der Gestaltung von Internetseiten sowie Fernseh- und Radioangeboten.

Keine kleine Randgruppe

VSE will 230 Millionen Euro im Saarland investieren
Audio [SR 3, Lars Ohlinger, 03.12.2021, Länge: 03:46 Min.]
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Die Gruppe der Menschen mit Behinderung sei keineswegs klein, betont auch die CDU-Fraktion im Landtag. Rund ein Achtel der saarländischen Bevölkerung habe demnach ein körperliches Handicap. Insgesamt haben mehr als 200.000 Saarländerinnen und Saarländer eine Behinderung.

„Diese Menschen wollen ohne Hürden und Hindernisse am Alltag teilhaben, auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten, Freizeitaktionen genießen oder auch einfach ihre Besorgungen erledigen“, so CDU-Politiker Hermann-Josef Scharf. Besonders das Wohnangebot für Menschen mit Behinderung könne demnach verbessert werden.

Nachholbedarf auch in der Bildung

Im Bildungsbereich sieht der Verein Miteinander Leben Lernen (MLL) dringenden Handlungsbedarf. Der Verein fordert zeitnah ein Gesamtkonzept zum Aufbau inklusiver Schulstrukturen – gleichzeitig müsse der Ausbau von Förderschulen gestoppt werden.

Für inklusive Schulen seien zudem „multiprofessionelle Teams, die gemeinsamen Unterricht gestalten, der allen gerecht wird“ nötig.

Barrierefreie Angebote des Saarländischen Runfunks

Barrierefreie Angebote beim Saarländischen Rundfunk
Dem SR ist die Barrierefreiheit seiner Programmangebote ein wichtiges Anliegen, um auch hör- und sehgeschädigte Menschen am Programm teilhaben zu lassen.

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