Euroscheine liegen auf einer Heizung in einer Wohnung. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Armutskonferenz fordert finanzielle Hilfe für arme Haushalte

  31.03.2022 | 14:26 Uhr

Die Saarländische Armutskonferenz fordert angesichts der derzeitigen Energiepreiskrise finanzielle Hilfe für einkommensschwache Haushalte. Sie befürchtet, dass die Armut sonst weiter steigen könnte. Zu diesem Ergebnis war auch eine Studie der Technischen Hochschule Aachen gekommen.

Durch den Ukrainekrieg hat sich die Situation auf dem Energiemarkt weiter verschärft. Die Preise für Heizöl, Flüssiggas aber auch die Spritpreise haben sich deutlich erhöht. Im Saarland lag die Inflation laut Statistischem Amt im März mit 6,5 Prozent auf einem neuen Höchstwert.

Finanzielle Hilfe notwendig

Die Saarländische Armutskonferenz (SAK) hält aufgrund dieser Situation monatliche Beihilfen für von Armut betroffene Haushalte für notwendig. Die Mehrkosten durch die Inflation könnten durch die Erhöhung des Hartz-IV-Satzes um drei Euro pro Monat seit Jahresbeginn nicht aufgefangen werden.

Auch die geplante Zahlung von einmalig 200 Euro ist laut SAK nicht ausreichend, um den Menschen zu helfen. Sie forderte deshalb die Landesregierung auf, über den Bundesrat weitere Unterstützung für die betroffenen Menschen zu erreichen.

Mehr Haushalte von Armut bedroht

Ansonsten könne die Armut im Saarland weiter wachsen, so die SAK. Sie gehe davon aus, dass sich die Zahl der angedrohten Stromsperren durch die Energieversorger deutlich erhöhen könnte, weil die Menschen ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen könnten. Außerdem befürchtet die Armutskonferenz einen größeren Ansturm auf die saarländischen Lebensmitteltafeln.

Der SAK-Vorsitzende Michael Leinenbach rechnet etwa mit rund 7500 mehr einkommensschwachen Haushalten im Saarland durch die Energiepreiskrise. Er bezieht sich bei dieser Berechnung auf eine Studie der Technischen Hochschule Aachen.

Sie war zu dem Ergebnis gekommen, dass einkommensschwache Haushalte gemessen am Einkommen am stärksten von den steigenden Energiepreisen betroffen seien. Demnach rutschen weitere rund 600.000 Haushalte bundesweit durch die seit Anfang 2020 gestiegenen Energiepreise unter die Armutsgefährdungsschwelle.

"Fraglich, ob das Energiepaket der Bundesregierung ausreicht“
Audio [SR 2, (c) SR, 30.03.2022, Länge: 06:13 Min.]
"Fraglich, ob das Energiepaket der Bundesregierung ausreicht“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 31.03.2022 berichtet.

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