gefrorene Hühnchen in der Tiefkühltruhe (Foto: imago/photothek)

Hinweis auf Geflügel soll Verbraucher warnen

  11.01.2019 | 16:38 Uhr

Mehr als jede zweite Hähnchenfleischprobe im deutschen Handel ist mit Durchfallerregern belastet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. Im SR-Interview fordert Matthias Wolfschmidt vom Verbraucherschutzverein Foodwatch nun eine verständliche Kennzeichnung auf Geflügelprodukten und bessere Hygienekontrollen in Herkunftsbetrieben.

Im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk sagte Matthias Wolfschmidt, der Kampagnenchef von Foodwatch, es brauche Warnhinweise auf Geflügel: „Da müsste stehen, dass es häufig so ist, dass diese Produkte mit Durchfallerregern behaftet sind und deswegen besondere Vorkehrungen bei der Verarbeitung zu treffen sind, seitens der Verbraucher.“

„Was uns wirklich fehlt ist ein guter und vorsorgender Verbraucherschutz."

Wolfschmidt sieht die Politik in der Pflicht, entsprechende Maßnahmen schnell umzusetzen: „Was uns wirklich fehlt ist ein guter und vorsorgender Verbraucherschutz. Das wäre in dem Fall, nicht nur die Hygiene in den Schlachthöfen zu verbessern, sondern die Leute auf dem Produkt zu informieren. Sodass es jeder versteht, der nicht Medizin oder Lebensmitteltechnologie studiert hat.“

Wichtig für die Verbraucher sei ein sorgfältiger Umgang mit dem Produkt, so Wolfschmidt im SR: „Entscheidend ist bei aufgetauten Produkten, dass das Auftauwasser nicht in Kontakt mit roh zu verzehrenden Lebensmitteln kommt.“ Außerdem müsse die Hygiene in den Herkunftsbetrieben bei den Geflügelhaltern besser werden.

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter enthielt mehr als die Hälfte (51,8 Prozent) des untersuchten Hähnchenfleischs im Jahr 2017 den Erreger Campylobacter. 2011 waren es nur 31,6 Prozent.