Dorf aus der Vogelperspektive (Foto: SR)

Große Nachfrage nach Fördergeldern

Kristin Luckhardt   24.12.2020 | 08:00 Uhr

3,5 Millionen Euro sind im Saarland dieses Jahr bis Ende November für Förderprojekte im ländlichen Raum bewilligt worden. Das Umweltministerium ist zuversichtlich, dass 2020 - anders als 2019 - keine Bundesmittel zurückgegeben werden müssen.

2019 wurden im Saarland 550.000 Euro aus dem Sonderförderprogramm "Ländliche Entwicklung" (SoLE) nicht abgerufen. Das Land musste das Geld an den Bund zurückgegeben.

Großes Interesse an Förderprogrammen

Große Nachfrage nach Fördergeldern
Audio [SR 3, Kristin Luckhardt , 24.12.2020, Länge: 00:47 Min.]
Große Nachfrage nach Fördergeldern

In diesem Jahr ist die Situation anders. Es gebe eine große Nachfrage, teilte das Umweltministerium dem SR mit. Bis Ende November seien bereits 57 Projekte bewilligt worden. Am Jahresende könnten es bis zu 75 sein. Zudem hätten sich viele Vertreter von Kommunen und Privatpersonen in diesem Jahr beraten lassen. Daher sei auch in den kommenden Jahren mit einer großen Anzahl von Neuanträgen zu rechnen.

Viele Anträge von Privatpersonen

Zahlreiche Anträge würden von Privatpersonen gestellt. Bei diesen Projekten gehe es häufig um die stilgerechte Sanierung historischer und das Ortsbild prägender Gebäude oder um die Revitalisierung von Leerständen. Ein Schwerpunkt der Anträge von Kommunen sei die Schaffung und Modernisierung der Gemeinschaftsinfrastruktur in den Dörfern.

Förderung für Treffpunkte in den Dörfern

So flössen Fördermittel zum Beispiel

  • in neue Dorfgemeinschaftshäuser in Namborn-Gehweiler und Überherrn-Altforweiler,

  • in die Modernisierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Wadern-Morscholz und Heusweiler-Holz,

  • in die Anlage einer Grün- und Gemeinschaftsfläche in Namborn-Hirstein,

  • in die Gestaltung des Kirchenvorplatzes in Losheim-Britten und

  • in neue Jugendzentren in Nonnweiler und Illingen-Uchtelfangen.

Darüber hinaus hätten 85 Kleinprojekte in saarländischen Dörfern Förderzusagen erhalten.

Coronapandemie verzögert Projekte

Wegen der Coronapandemie sei es aber auch zu Verzögerungen gekommen. Einige Projekte hätten Gelder nicht wie geplant abrufen können.

Der Bund habe zwar eine Ausnahmeregelung in Aussicht gestellt. Ob tatsächlich Mittel ins Jahr 2021 übertragen werden dürfen, sollte aber erst am Jahresende entschieden werden. So lange wollte das saarländische Umweltministerium nicht warten. Schließlich hätte es dann passieren können, dass wieder Geld hätte zurückgegeben werden müssen.

Förderung auch für Schulsanierungen

Deswegen rief das Umweltministerium alle Projektträger auf, Maßnahmen wenn möglich vorzuziehen. Und das haben nach Ministeriumsangaben auch einige gemacht. Zudem sei das Förderprogramm für kleinere Sanierungsmaßnahmen an Schulen geöffnet worden. Bis zum 1. Dezember seien schon 13 Anträge eingegangen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.12.2020 berichtet.

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