Vertreter des Verteidigungsministeriums, der United States Air Forces in Europe und Innenminister Bouillon in Wadern (Foto: SR/Simin Sadeghi)

Keine Aussicht auf Ruhe vom Fluglärm

  21.02.2019 | 19:43 Uhr

Der andauernde Fluglärm, besonders über dem Nordsaarland, ist am Donnerstag Thema eines Treffens von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) mit Vertretern der Bundeswehr und der US Air Force in Wadern gewesen. Auch Bürgermeister und Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Fluglärm waren eingeladen. Eine Lösung des Problems ist jedoch nicht in Sicht.

Über fast das gesamte Nordsaarland erstreckt sich die „Tra Lauter“, eine militärische Flugübungszone, in der nicht nur die bundeseigene Luftwaffe Kampfeinsätze probt. Auch NATO-Partner nutzen sie, sehr zum Ärger der darunter leidenden Bevölkerung. „Wir wollen in den Dialog, die Sorgen kennenlernen, versuchen, das zu mediieren“, so Markus Lamberthal, Generalleutnant im Verteidigungsministerium. „Wir müssen natürlich die Balance wahren zwischen den Ausbildungserfordernissen der Luftstreitkräfte, der deutschen, aber auch der NATO-Partner und den berechtigten Forderungen der Anwohner.“

Video [aktueller bericht, 21.02.2019, Länge: 2:50 Min.]
Fluglärm Wadern: US Air Force äußert sich

Nach Protesten hat sich nach Angaben der Militärs in den vergangenen Jahren schon einiges getan. Beispielsweise seien die Übungszeiten in den Sommermonaten und am Wochenende verkürzt worden. Speziell die Amerikaner üben aber oft mit mehreren Maschinen gleichzeitig und erzeugen so mehr Krach.

Suche nach Möglichkeiten

Fluglärm im Saarland: Kein Ergebnis, aber auf gutem Weg
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 21.02.2019, Länge: 03:09 Min.]
Fluglärm im Saarland: Kein Ergebnis, aber auf gutem Weg

„Der amerikanische General hat klar zugesichert, dass man nach weiteren Möglichkeiten sucht, zu entzerren“, sagte Innenminister Bouillon. „Zurzeit üben die Amerikaner in Portugal. Sie sind im Irak. Wenn sie zurückkommen, werden sie versuchen, in Italien zu üben.“ Es sei Bewegung drin, so Bouillon, Freiheit ohne Sicherheit gebe es aber nicht. „Die Sicherheitslage in der Welt und in Europa hat sich verändert. Gewisse Übungen müssen dort gemacht werden, wo sie erforderlich sind. Aber ich denke, wir werden hier noch weitere Kompromisse erreichen.“

Auch die Bürgerinitiative gegen den Fluglärm war an den Gesprächen beteiligt. Ihr Sprecher Holger Marxen setzt auf restriktivere Reglementierungen im hiesigen Luftraum. „Das Verteidigungsministerium sehe ich in der Pflicht, die Betriebszeiten des Übungsraumes so anzupassen, dass die Belastung runter geht. Dass die Anpassung der Betriebszeiten ein Mittel ist, haben wir mit der 13-Uhr-Grenze am Freitag gesehen. Was in anderen Übungslufträumen selbstverständlich war, musste hier reglementiert werden. Und genauso muss die Nutzung in der Menge reglementiert werden, durch die Einschränkung der Betriebszeiten.“

Noch keine Entlastung in Aussicht

Dass bei dem Termin keine neuen Entlastungen für die Anlieger der „Tra Lauter“ verkündet würden, war zu erwarten. Große Hoffnungen wurde den Anwohnern aber auch nicht gemacht. Generalleutnant Lamberthal versprach lediglich das Bemühen, eine Balance zu finden. „Das ist schwierig. Dafür gibt es diese Arbeitsgruppe, die auch Gutes leistet. Wir bleiben im Dialog, und ich denke, wir sind auch nicht das letzte Mal hier gewesen.“

Der Dialog geht weiter – die Übungsflüge auch. Im Frühling sind sie besonders laut zu hören.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ des SR Fernsehen vom 21.02.2019 berichtet.