Ukrainische Flüchtlinge verlassen mit einem Rollkoffer ein Ankunftszentrum. (Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt)

Weniger Ukraine-Flüchtlinge im Saarland als erwartet

  20.04.2022 | 15:07 Uhr

Das Saarland hatte sich auf viele Ukraine-Flüchtlinge eingestellt. Doch der große Andrang ist bisher ausgeblieben. Laut Innenminister Klaus Bouillon (CDU) wollen die meisten Ukrainer lieber in Großstädte.

Das Saarland ist bei ukrainischen Flüchtlingen offenbar nicht beliebt. Der erwartete Andrang ist laut Innenministerium bislang ausgeblieben. Derzeit laufe die Registrierung und Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge "völlig entspannt", sagte Innenminister Klaus Bouillon am Mittwoch in der Landesaufnahmestelle in Lebach.

Von den 1050 Plätzen seien aktuell sogar 400 frei, darunter 250 freie Quarantäne-Plätze. "Der Ansturm ist aus unserer Sicht bisher nicht so gekommen wie erwartet", sagte der Minister.

Mehr Menschen zu Kriegsbeginn

Noch vor einem Monat war die Aufnahmestelle mit täglich 300 Registrierungen am absoluten Limit. Damals war die Einrichtung mit 1274 Flüchtlingen - darunter 368 Corona-Infizierte in Quarantänehäusern - belegt.

Dass derzeit "absolute Ruhe" herrsche, führte Bouillon auch darauf zurück, dass weniger Busse mit Flüchtlingen ankommen als erwartet. So seien zu Ostern zwar 160 Flüchtlinge angekündigt gewesen, aber nur 50 eingetroffen.

Im Saarland wurden seit Kriegsbeginn etwa 5000 Ukraine-Flüchtlinge registriert.

"Man bleibt trotzdem gewappnet"

"Viele Ukrainer wollen nicht ins Saarland. Sie bevorzugen die Großstädte", sagte der Minister. "Das schützt uns natürlich vor größeren Herausforderungen." Gleichwohl sei man "gerüstet und gewappnet".

So könnten die Flüchtlinge nicht nur 24 Stunden Tag und Nacht in Lebach ankommen, sondern für Notfälle ständen auch Zelte und eine winterfeste Halle zur Verfügung.

Ersatzneubau in Lebach geplant

Unabhängig davon will das Saarland in den nächsten beiden Jahren weitere 15 Millionen Euro in Baumaßnahmen an der Landesaufnahmestelle investieren. Mitte bis Ende Mai soll mit dem Bau von vier Ersatzneubauten begonnen werden. Sie sollen die Bestandsbauten aus den 1960er Jahren schrittweise ersetzen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.04.2022 berichtet.

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