Mausohr-Fledermaus im Flug (Foto: dpa/Klaus Bogon)

Fledermäuse verschmähen A1-Tunnel

Steffani Balle / Onlinefassung: Sandra Schick   18.03.2019 | 08:00 Uhr

Seit beinahe fünf Jahren gibt es den sogenannten Fledermaustunnel an der A1 in Höhe Eppelborn. Errichtet wurde er als Ersatzquartier für die unter der Illtalbrücke wohnenden Mausohr-Fledermäuse. Doch auch nach fünf Jahren ist der Tunnel nach wie vor unbewohnt.

Tunnel für die Fledermäuse an der Illtalbrücke (Archivbild) (Foto: SR / Steffani Balle)
Tunnel für die Fledermäuse an der Illtalbrücke (Archivbild)

Auch die vierte Generation Jungfledermäuse hat den nach allen Regeln der Kunst errichteten Fledermaustunnel nicht angenommen. Momentan halten sie Winterschlaf, dennoch wartet die Fledermaus-Expertin vom NABU-Saar darauf, dass irgendwann einmal Jungtiere, denen es unter der Klingelthalbrücke zu eng wird, das Ersatzquartier annehmen werden. Oder dass männliche Tiere dort einziehen, die in der Nähe der brutpflegenden Weibchen sein wollen. Denn dann wären sie die ersten, wenn die Jungtiere flügge werden und die nächste Paarungszeit beginnt.

Kosten von über 450.000 Euro

Diese sturen Fledermäuse!
Audio [SR 3, Steffani Balle, 18.03.2019, Länge: 01:58 Min.]
Diese sturen Fledermäuse!

Der Fledermaustunnel ist im Frühjahr 2014 errichtet worden. Er wird überwacht und zwischen Frühling und Herbst mit einem Lockrufe aussendenden Tongeber bestückt. Die Fledermausexpertin des NABU kontrolliert regelmäßig vor Ort. Dadurch entstehen jährlich Kosten um die 8000 Euro. Insgesamt sind bislang Bau- und Unterhaltskosten von über 450.000 Euro angefallen.

Dass während der Bauphase der neuen Illtalbrücke eine Fledermaus ins neue Quartier ziehen wird, glaubt die Expertin nicht: Dafür sei der Baulärm viel zu laut für die scheuen Tierchen.

Über dieses Thema hat auch die Rundschau auf SR3 Saarlandwelle am 18.03.2019 berichtet.

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