Feuerwehrauto (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Feuerwehr: Alle Krankenscheine sind rechtens

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   18.04.2019 | 15:53 Uhr

Die amtsärztliche Reihenuntersuchung von Angehörigen der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, die sich im Zusammenhang mit der Rückkehr von Amtsleiter Josef Schun krank gemeldet hatten, ist abgeschlossen. Dabei hat sich in keinem der 80 Fälle ein Verdacht ergeben, dass Krankschreibungen zu Unrecht erfolgt sind. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird Schun am Dienstag nach seinem Osterurlaub seinen Posten als Amtsleiter der Berufsfeuerwehr wieder antreten.

Zwar haben insgesamt 98 Feuerwehrleute derzeit einen Krankenschein. Auf die Untersuchung von 18 von ihnen hat das Gesundheitsamt allerdings verzichtet. Es handele sich entweder um Personen, die bereits seit Längerem erkrankt sind oder um solche, deren Erkrankung so evident sei, dass sie nicht überprüft werden müsse – dies gelte beispielsweise für Knochenbrüche.

Hohe Hürden für Überprüfung

Auf die Frage, warum die Stadtverwaltung nicht selbst angesichts von massenweisen Krankmeldungen den Amtsarzt eingeschaltet habe, verwies die Stadtverwaltung auf die „hohen Hürden“, die für einen solchen Schritt zu überwinden seien. Zudem sei man zum Zeitpunkt der Anordnung des Oberverwaltungsgerichts gerade in der juristischen Prüfung dieser Frage gewesen. Zweifel an der Echtheit von Krankmeldungen müssten in jedem Fall gut begründet sein. Zudem seien die circa 80 Personen nicht von einigen wenigen Ärzten krankgeschrieben worden. Sie seien vielmehr bei insgesamt 60 verschiedenen Ärzten in Behandlung. 

Wann die Berufswehr wieder voll einsatzfähig ist, kann die Stadtverwaltung nicht sagen. Bei rund der Hälfte der 80 Untersuchten sei laut Amtsarzt keine Prognose über eine Genesung und vollständige Dienstfähigkeit möglich.

Britz: Keine Intrige gegen Schun

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) hat unterdessen Vorwürfe zurückgewiesen, in der Stadt laufe eine Intrige gegen Schun. Zum einen sei öffentlich bekannt, dass Verwaltungsspitze und Personalrat gegen eine Rückkehr Schuns seien. Man befürchte bekanntlich eine nachhaltige Störung des Betriebsfriedens und Klage gegen die Rückkehr vor Gericht. Zum anderen sei es normal und gemäß Personalvertretungsgesetz gar geboten, dass sich Personalrat und Personalamt in solchen Fällen austauschten. Die öffentlich gewordene interne E-Mail sei deshalb auch nicht zu beanstanden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 18.04.2019 berichtet.

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