Verkohlte Trümmer liegen in der Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul nach einem Brand. Französische Ermittler gehen nach dem verheerenden Feuer in der Kathedrale von einer Brandstiftung aus. (Foto: Sebastien Salom-Gomis/AFP/dpa)

Ein Mann nach Brand in Nantes in Gewahrsam

  19.07.2020 | 09:55 Uhr

Nach dem Großbrand in der Kathedrale im westfranzösischen Nantes hat die Polizei einen Mann in Gewahrsam genommen. Der Mann sei für die Schließung der Kathedrale am Freitagabend verantwortlich gewesen.

Die Ermittler wollten „bestimmte Aspekte seines Tagesablaufs“ klären, sagte der Staatsanwalt Pierre Sennès der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Aussagen dazu, ob der Mann an der mutmaßlichen Brandstiftung beteiligt gewesen sei, seien jedoch „verfrüht und voreilig“, betonte er.

Feuer an drei Stellen ausgebrochen

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer in der gotischen Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale absichtlich gelegt wurde. Wie Sennès am Samstag sagte, war das Feuer an drei verschiedenen Stellen in dem Gotteshaus ausgebrochen. Die Brandherde lagen demnach weit voneinander entfernt. Einbruchsspuren wurden nach Angaben des Staatsanwalts bei ersten Untersuchungen nicht gefunden.

Nach Angaben der Feuerwehr wurde bei dem Brand die große Orgel in der Kathedrale vollständig zerstört. Mit dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame im vergangenen Jahr war das Feuer in der Kathedrale Saint Pierre et Saint Paul von Nantes demnach aber nicht vergleichbar. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt war bei einem verheerenden Brand im April 2019 schwer beschädigt worden und befindet sich seither im Wiederaufbau.

 Auch in der Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale hat es vor Jahrzehnten schon einmal gebrannt: Bei einem Großbrand 1972 wurde das Dach schwer beschädigt. Die anschließenden Renovierungsarbeiten dauerten 13 Jahre.

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