Feldhase auf einer Wiese (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Hasenpest in Reisbach festgestellt

  18.02.2021 | 16:57 Uhr

Ein Hasenkadaver in Saarwellingen-Reisbach ist positiv auf die Hasenpest getestet worden. Wie das Landesamt für Verbraucherschutz mitteilte, führt die hochansteckende Erkrankung, die auch auf den Menschen übertragbar ist, zu grippeähnlichen Symptomen und kann ohne Behandlung schwerwiegend verlaufen.

Das tote Tier war am Mittwoch in Reisbach gefunden worden. Da das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) seit Dezember 2019 ein Monitoring durchführt, um einen Überblick über den Grad der Verbreitung der Hasenpest zu bekommen, sollen Jäger und Landwirte tot aufgefundene oder krank erlegte Feldhasen und Wildkaninchen zur Untersuchung abgeben.

Sechs Hasenpest-Fälle im Jahr 2020

Die Hasenpest oder Tularämie unterliegt der Meldepflicht. 2020 wurden nach LAV-Angaben 14 Hasen untersucht, von denen sechs mit der Hasenpest infiziert waren. Der Erreger, Francisella tularensis, ist hoch infektiös. Eine Möglichkeit, Tiere oder auch Menschen dagegen zu impfen, gibt es nicht.

Infektionen beim Menschen sind allerdings insgesamt selten. 2019 wurden deutschlandweit nach Angaben des LAV 72 Erkrankungen beim Menschen mit der Tularämie gemeldet, davon eine im Saarland. Diese Infektionen sind meist auf direkten Kontakt mit Feldhasen zurückzuführen. Das Landesamt geht jedoch von einer zusätzlichen Dunkelziffer aus, da die seltene Erkrankung vermutlich nicht immer erkannt und nachgewiesen wird.

Bei Symptomen: Arzt aufsuchen

Beim Menschen verläuft die Erkrankung je nach Übertragungsweg sehr unterschiedlich. Sollten im zeitlichen Zusammenhang mit dem Kontakt zu Feldhasen, Wildkaninchen oder Wildnagern Krankheitsanzeichen wie grippeähnliche Symptome, Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen auftreten, sollten Betroffene sofort zum Arzt gehen. Ohne antibiotische Behandlung kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen.

Bei infizierten Tieren kommt es meist nach kurzer Zeit zu fieberhaften Allgemeininfektionen, Abmagerung, Schwäche und Apathie. Aufgrund von Entkräftung verlieren die Tiere auch ihre natürliche Scheu. Hunde besitzen zwar eine natürlich hohe Resistenz gegen den Hasenpest-Erreger, können jedoch im Einzelfall nach einer Infektion Staupe-ähnliche Symptome entwickeln. Schwere Erkrankungen sind selten.

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