Silvesterfeuerwerk auf Saarbrücker Straßen (Foto: imago/Becker&Bredel)

Böller ließen Feinstaubwerte explodieren

Thomas Braun   02.01.2019 | 11:06 Uhr

An vielen Messstationen im Saarland sind die Feinstaubwerte in der Silvesternacht deutlich in die Höhe geschossen. Der höchste Stundenmittelwert wurde mit 650 µg/m³ in der Mainzer Straße in Saarbrücken gemessen - mehr als das 40-Fache des monatlichen Durchschnitts.

Einen deutlichen Peak gab es auch an der Messstation in Ottweiler. Hier wurden als stündlicher Spitzenwert 488 µg/m³ gemessen - das 26-Fache des Monatswertes. Lediglich an der Messstation in der Dorfstraße in Biringen, einem Ortsteil von Rehlingen-Siersburg, wurde kein nennenswerter Ausschlag verzeichnet.

Maximalwerte zum Jahreswechsel

Tagesgrenzwert teils überschritten

Deutlich erhöhte Feinstaubwerte in der Silvesternacht
Audio [SR 3, Thomas Braun, 02.01.2019, Länge: 00:54 Min.]
Deutlich erhöhte Feinstaubwerte in der Silvesternacht

An drei der neun offiziellen Messstationen des Immissionsmessnetzes Saar wurde auch der Grenzwert für den Tagesdurchschnitt überschritten. Erlaubt sind 40 µg/m³, in der Mainzer Straße in Saarbrücken waren es 71 µg/m³, in Burbach 59 und in Ottweiler 53. Insgesamt 35 Mal darf der Tagesmittelwert pro Jahr überschritten werden.

15 Prozent der durch Verkehr produzierten Feinstaubmenge

Schon im Vorfeld hatte das Umweltbundesamt darauf hingewiesen, dass in der Silvesternacht bundesweit rund 4500 Tonnen Feinstaub (PM 10) freigesetzt werden - rund 15 Prozent der jährlich durch den Straßenverkehr produzierten Menge und ein 50-tel der gesamten jährlichen PM 10-Emissionen in Deutschland. Dieser noch recht grobe Feinstaub kann beim Menschen bis in die Nasenhöhlen oder in die Luftröhre gelangen, feinere Staubpartikel können sogar in die Bronchien, die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes gelten die Staubpartikel als gesundheitsgefährdend. Über die Wirkung einer kurzfristig hohen Feinstaubbelastung sei allerdings weniger bekannt als über die Folgen einer langfristig erhöhten Konzentration.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 02.01.2019 berichtet.