Eine Hand stellt eine Ampulle des AstraZeneca Impfstoffs neben eine Ampulle mit dem Biontech/Pfizer Impfstoff  (Foto: picture alliance/dpa/PA Wire/Victoria Jones)

Impfstoff in Saarbrücker Impfzentrum verwechselt

mit Informationen von Nelly Theobald   18.03.2021 | 17:47 Uhr

Bei der Zweitimpfung gegen Covid-19 ist in Saarbrücken in den vergangenen beiden Wochen in drei Fällen der Impfstoff verwechselt worden. Bei der Erstimpfung wurde nach Angaben des Regionalverbands das Präparat von Biontech verwendet, bei der Zweitimpfung AstraZeneca.

Bei der Verwechslung des Impfstoffs habe es sich um menschliches Versagen von Mitarbeitern gehandelt, sagte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. Zu den Vorfällen sei es in den vergangenen beiden Wochen - vor der Aussetzung der Impfungen mit AstraZeneca - gekommen. "Diese Fehler hätten nicht passieren dürfen, sind allerdings trotzdem geschehen", so Gillo.

Verschiedene Sicherheitsschranken

Eigentlich gibt es in den saarländischen Impfzentren viele Sicherheitsschranken - vom Einlass bis zur Impfgabe. Die Personen, die geimpft werden, bekommen demnach farblich unterschiedliche Bändchen, je nach Impfstoff: Bei AstraZeneca ist es blau, bei Biontech weiß. Dementsprechend gibt es eigene Klemmbretter in blau, die Formulare sind bläulich gefärbt und auch das Tablett mit dem AstraZeneca-Impfstoff ist blau. Dennoch kam es in drei Fällen zu einer Verwechslung.

Pro Tag werden im Saarbrücker Impfzentrum rund 1600 bis 1700 Menschen geimpft. Die Zweitimpfungen mit AstraZeneca sollten im Saarland ab Mitte April beginnen. Derzeit sind die Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff allerdings ausgesetzt - könnten aber möglicherweise bald wieder aufgenommen werden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA erklärte am Donnerstag, dass sie den Impfstoff weiter für sicher hält und sich für eine Fortsetzung der Impfungen ausgesprochen.

Personen nach Verwechslung wohlauf

Den drei Personen, bei denen es zu Verwechslungen gekommen war, geht es nach Angaben des Regionalverbands gut. Sie hätten keine Nebenwirkungen gezeigt. In allen Fällen handelt es sich um ältere Leute, bei einer Person ist bekannt, dass sie über 80 Jahre alt ist.

Sorgen um ihre Gesundheit oder eine fehlende Schutzwirkung müssten sich die Personen nicht machen, betonte Professor Daniel Grandt, Chefarzt für Infektiologie am Winterberg-Klinikum und Vorstandsmitglied der Arzneimittelkommission, gegenüber dem SR. Aus Tierversuchen wisse man, dass sich die Schutzwirkung mit zwei verschiedenen Impfstoffen sogar erhöhe, so Grandt. Diese Erkenntnisse würden derzeit in Großbritannien an Probanden untersucht.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.03.2021 berichtet.

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