Strafprozessordnung und Gerichtsakten (Foto: dpa)

Lebenslange Haft nach Doppelmord

mit Informationen von Thomas Gerber   15.01.2019 | 12:20 Uhr

Im Prozess um den Doppelmord in Saarbrücken-Fechingen ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der 59-Jährige hatte im Mai vergangenen Jahres auf einer Familienfeier seinen Sohn und seinen Schwiegersohn erschossen. Zudem verletzte er seine Ex-Frau und seine hochschwangere Tochter schwer.

Der Angeklagte habe heimtückisch getötet und die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Opfer ausgenutzt, als er plötzlich auf der Geburtstagsfeier seiner Ex-Ehefrau aufgetaucht sei, hieß es in der Urteilsbegründung. Zudem habe er aus niedrigen Beweggründen gehandelt: Er habe sich rächen wollen, da seine Familie und insbesondere seine Kinder nicht mehr ihm als Familienoberhaupt gefolgt seien, sondern ihr eigenes Leben gelebt hätten.

Video [aktueller bericht, 15.01.2019, Länge: 3:15 Min.]
Urteil im Fechinger Mordprozess

Besondere Schwere der Schuld

Urteil im Doppelmordprozess
Audio [SR 3, (c) Thomas Gerber, 15.01.2019, Länge: 03:26 Min.]
Urteil im Doppelmordprozess

In ihrem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft und stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Dies bedeutet, dass er frühestens nach 20 statt nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden kann.

Der Verteidiger des Angeklagten hatte eine Verurteilung wegen Totschlags und maximal zehn Jahre Haft beantragt. Aufgrund einer Depression sei er für die Tat nicht voll verantwortlich zu machen. Das Gericht konnte jedoch keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit oder eine Affekttat erkennen. Ob die Verteidigung in Revision geht, ist noch offen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 15.01.2019 berichtet.

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