Gerichtssaal bei Prozess um Doppelmord (Foto: SR)

Weitere Einzelheiten im Fechinger Familiendrama

  30.10.2018 | 20:04 Uhr

Im Prozess um das Fechinger Familiendrama, bei dem ein 59-Jähriger seinen Sohn und seinen Schwiegersohn erschossen hatte, sind am Dienstag weitere Details bekannt geworden. Am zweiten Prozesstag berichteten mehrere Zeugen von der Tat. Der Angeklagte selbst schwieg noch.

Zahlreiche Zeugenaussagen, am Dienstag alleine zehn, zeichnen ein klares Bild des Tathergangs und des Motivs. Demnach war Viktor H. am 19. Mai überraschend durch eine offene Terrassentür in die Geburtstagsfeier seiner von ihm geschiedenen Frau geplatzt und hatte mit einer Pistole ein Blutbad angerichtet. Sein Sohn und sein Schwiegersohn starben, seine Ex-Frau wurde schwer verletzt. Der Schwiegersohn soll sich dabei schützend vor seine schwangere Frau, die Tochter von Victor H., gestellt haben.

Video [aktueller bericht, 30.10.2018, Länge: 3:04 Min.]
Prozess zum Doppelmord in Brebach-Fechingen

Nun muss sich der frühere Kraftfahrer wegen mehrfachen Mordes verantworten. Zur Tat hat er sich bislang nicht geäußert. Bei seiner Festnahme hatte er als Motiv angegeben, er habe sich von seiner Familie drangsaliert gefühlt. Sohn und Tochter wiesen das im Zeugenstand entschieden zurück. Viktor H. habe sie geschlagen und schikaniert. Sie beschreiben ihn als Tyrannen. Die Trennung von der Ex-Frau vor zwei Jahren sei von ihm ausgegangen. Der Angriff auf Frau, Tochter und Sohn sei ein Racheakt, so die Nebenklage.

Studiogespräch: "Das Gericht kann eigentlich nur auf Mord entscheiden"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Gabor Filipp, 30.10.2018, Länge: 03:08 Min.]
Studiogespräch: "Das Gericht kann eigentlich nur auf Mord entscheiden"

"Was hast du denn anderes erwartet?"

Beklemmung herrschte am Dienstag im Gerichtssaal, als der jüngste Sohn als Zeuge schildert, was der Vater nach den Schüssen auf die Familie zu ihm auf russisch gesagt habe. Zitat: "Was hast du denn anderes erwartet?" Die gleichen Worte, mit denen er früher seine Schläge kommentiert habe.

Mit im Saal auch die neue Freundin des Angeklagten. Sie schildert ihn als herzensguten Menschen, der für seine Familie alles getan habe. Für den nächsten Termin am 20. November hat Viktor H. angekündigt, er wolle sich zur Tat äußern.

Über dieses Thema wurde auch im "aktuellen bericht" vom 30.10.2018 berichtet.

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